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2020 mit Bundesliga-Führung beim Heimrennen?

GIESSEN – Das letzte Teil der jüngsten Auflage ist gerade verstaut, da klingen schon Ideen für das nächste Jahr beim Radrennen „Rund um das Stadttheater“ an. Und die Spitze der Rad-Bundesliga soll 2020 erklommen werden – nur bitte nicht am gleichen Tag.

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Für Torsten Günther von der RSG Gießen und Wieseck ist das Radrennen „Rund um das Stadttheater“ nie mit dem letzten Zielsprint zu Ende. Es braucht danach noch ein paar Tage, bis alles wieder an seinem Platz ist. Jetzt, wo auch das letzte Teil verstaut ist, bleibt Zeit für eine erste Bilanz und einen kleinen Ausblick, der über das Rennen hinausgeht.

Die Zuschauerresonanz beim Traditionsrenntag „Rund um das Stadttheater“ war in diesem Jahr offensichtlich gut: Bei fast neun Stunden Rennprogramm stand über den Tag verteilt immer zahlreiche Zuschauer entlang der Start und Zielgerade auf der Johannesstraße und an den „Hotspots“, der Kurve am Berliner Platz und in der Goethestraße. „Wir hatten auch schon das gleiche Wetter mit weniger Zuschauern“ stellt Torsten Günther, der Vorsitzende der RSG Gießen und Wieseck einordnend fest. Um mussten also andere Faktoren als die spätsommerliche Wärme gewesen sein, die das Rennen in diesem Jahr für Zuschauer besonders interessant machten. Das erste Gießener Laufrad-Radrennen, Live-Musik oder die erneute Beteiligung der Inline-Skater dürften ihren Teil beigetragen haben.

Gemischte Meinung zu Rennmodus

Gespannt war man bei der ausrichtenden RSG Gießen und Wieseck auch, wie der neue Rennmodus ankommen würde, bei dem es nur einen Endspurt statt regelmäßige Punktesprints für die Platzierungen gab. „Manche fanden‘s besser, manche fanden‘s schlechter“, sagt Günther lachend, denn es dürfte stark davon abhängig gewesen sein, wenn man nach seiner Meinung dazu befragte: Die Tagessieger der unterschiedlichen Rennklassen waren voll zufrieden, während sich andere vielleicht den alten Modus zurückwünschten. Auch die Vertreter der Jury waren unterschiedlicher Meinung, was der bessere Modus für die schnelle 800-Meter-Runde sei. „Vielleicht mischen wir es im nächsten Jahr und fahren einen Teil der Rennklassen auf Endspurt und einen Teil auf Punkte“, formuliert Günther schon einen ersten Gedanken an die nächste Auflage.

Eingespieltes Helfer-Team

Deutlich kleiner als in anderen Jahren war das Team der Helfer, die den Renntag durchzuführen halfen. Auf Seiten der Radsportler waren diesmal einige treue Helfer verhindert. Die Zusammenarbeit mit den Inline-Speedskatern des TV Homberg-Ohm und des Tuesday-Night-Skating Gießen, die im dritten Jahr in Folge zwei Rennen auf dem Rundkurs durchführten, begeisterte nicht nur die Zuschauer. „Das funktioniert richtig gut. Jeder weiß, was zu tun ist“, freute sich Günther auch über die organisatorische Unterstützung der Inline-Skater. Vieles habe sich bei der Vorbereitung des Radrennens „Rund um das Stadttheater“ über die Jahre und Jahrzehnte seiner Austragung eingespielt und bedürfe nur noch weniger Worte, schildert Günther die Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt Gießen, der Sparkasse, des Stadttheaters und der treuen Unterstützer und Sponsoren des Rennens.

In Sebnitz statt beim Heimrennen: Die RSG Placeworkers gewannen beim Finale der Rad-Bundesliga. Foto: Markus Weinberg

Laufrad-Rennen kam gut an

Knapp zehn Jahre ist Günther in der Organisation des Radrennens tätig, seit er die Orga-Leitung von seinem Vorgänger, dem Wißmarer Valentin Lachmann, übernommen hatte. Der wiederum hatte das Rennen mit einer Neuauflage um das Jahr 1984 nach längerer Pause wieder zum Leben erweckt. Seither wird es mit Anpassungen in Details immer zeitgemäß gehalten. Eine solche Neuerung war in diesem Jahr das erste Gießener Laufrad-Rennen der drei- bis fünfjährigen Kinder. „Die Eltern waren total begeistert und fanden es gut, dass wir alle Kinder gleichwertig geehrt und gemeinsam auf das Siegerpodest gebeten haben.“, sagt Günther. Als Schirmherr für das Laufrad-Rennen hatte man John Degenkolb angefragt. Der Radprofi war in diesem Jahr jedoch verhindert, soll aber für das nächste Jahr wieder angefragt werden. Dann soll es auch wieder ein Frauen-Rennen geben, dass diesmal nicht wenige Zuschauer vermissten. Die Termine der Rad-Bundesliga waren dazwischengekommen, wie schon einige Male zuvor bei früheren Auflagen. Statt ein stark dezimiertes Frauen-Feld fahren zu lassen, wenn die Mehrheit beim Bundesliga-Rennen im Einsatz ist, verzichtete man in diesem Jahr auf diese Rennklasse. Auch deshalb, weil mit den Fahrerinnen der RSG Placeworkers die eigene Bundesliga-Mannschaft nicht am Start gewesen wäre. Doch der schmerzliche Verzicht auf das Heimrennen war umso erfolgreicher, denn während in Gießen rund um das Stadttheater gefahren wurde, dominierten die RSG Placeworkers das Finale der Rad-Bundesliga in Sebnitz, holten Platz eins und zwei in der Tageseinzelwertung, den Sieg in der Tages-Teamwertung und Platz zwei in der Gesamt-Mannschaftswertung. Eine Woche zuvor hatten sie das Mannschaftszeitfahren in Genthin gewonnen und damit auch schon die Weichen für die kommende Saison 2020 gestellt.

Günther: „Wir wollen aufs Podest“

„Wir fahren nächstes Jahr auf Sieg in der Rad-Bundesliga. In der Einzelwertung auf jeden Fall und in der Mannschaftswertung müssen wir mal schauen. Wir haben ein Team, mit dem wir gut sagen können: wir wollen aufs Podest.“, bringt es Günther auf den Punkt. Seit sieben Jahren unterhält die RSG Gießen und Wieseck mit den Fahrerinnen der RSG Placeworkers eine Rad-Bundesliga-Mannschaft, die sich von der anfänglichen Außenseiterrolle zu einer der Spitzenmannschaften im deutschen Frauen-Radsport entwickelt hat. Das Können und den Teamgeist der Fahrerinnen einmal vor heimischem Publikum beim Radrennen „Rund um das Stadttheater“ zeigen zu können, hat sich der Vereinsvorsitzende Torsten Günther für das Gießener Publikum, auch als persönlichen Wunsch, ganz dick im Pflichtenheft für das nächste Jahr markiert. Dann vielleicht sogar schon als die führende Mannschaft in der Rad-Bundesliga?

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(Text: sd | Titelfoto: Matthias Steinberger)

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