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„9 Tage 22 Stunden 40 Minuten“ in Gießen

GIESSEN – Im Juni fuhr der Gießener Guido Löhr das 5.000 Kilometer lange „Race across America“- in weniger als zehn Tagen. Fotograf Saron Duchardt hielt das Rennen in Bildern fest, die jetzt in einer Ausstellung in Gießen zu sehen sind.

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Das Race Across America (RAAM) gilt unter Radsportlern als das härteste Radrennen der Welt. Es ersteckt sich über rund 5.000 Kilometer vom pazifischen bis zum atlantischen Ozean. Der Gießener Guido Löhr beendete das Rennen im Juni 2017 mit einer Zeit von 9 Tagen, 22 Stunden und 40 Minuten. Damit gewann er in seiner Altersklasse und wurde Dritter in der Gesamtwertung.

Mit dabei war der Fotograf Saron Duchardt, der jede Kurbelumdrehung Löhrs verfolgte. Es entstanden Aufnahmen die den atemberaubenden Ritt Löhrs durch die USA auch rückblickend erfahrbar machen. Die Bilder sind noch bis zum 24. November in einer Ausstellung in der Zentrale der Sparkasse Gießen (Johannesstraße 3, 35390 Gießen) zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung gaben der Fahrer und sein Fotograf, Saron Duchardt, in einem Vortrag einen Rückblick auf das Rennen.

Zu Beginn die erbarmungslos heiße Wüste, später die Berglandschaften der Rocky Mountains und der Appalachen und dazwischen die Weite der Felder in Kansas. Als Teil eines zehnköpfigen Teams, das Löhr beim Rennen unterstützte, hielt Fotograf Saron Duchardt sportliche, emotionale und sensible Einblicke mit seiner Fotokamera fest. „Die Leute zu Hause haben fast genauso wenig geschlafen, wie ich“, sagt Gudio Löhr über die Möglichkeit, das Rennen per GPS-Ortung über das Internet quasi live verfolgen zu können. Nur 20 bis 50 Fahrer würden überhaupt die Qualifikation für das Race across America schaffen und wiederum nur die Hälfte derer würde das Ziel nach 5.000 Kilometern erreichen, schilderte Löhr in seinem Vortrag den Gästen der Ausstellungseröffnung. Seit der ersten Austragung 1982 gab es bei diesem Rennen insgesamt 380 Finisher. Den Mount Everst bestiegen 500 Menschen jährlich, sagte der Gießener mit einem Lächeln. Im Jahr 2014 hatte er das Rennen schon einmal in Angriff genommen, sich aber nach 900 Kilometern verletzt und sein angestrebtes Zeitfenster für die Zielankunft damit begraben müssen. Er kämpfte sich aber ins Ziel und bereitete sich mit einer Reihe anderer Langstreckenrennen dann akribisch auf einen neuen Versuch vor. Für die diesjährige Teilnahme hatte er sich dann zum Ziel gesetzt, unter zehn Tagen Gesamtrenndauer zu bleiben, was ein Pensum von 500 Kilometern täglich und 20 Stunden im Rennsattel bedeutete. Als wäre die Distanz nicht schon Herausforderung genug, erschwerten Temperaturen von +43 bis -3 Grad Celsius das Rennen zusätzlich. Das decke dann alle Schwächen des Fahrers auf.

Gut besucht war die Zentrale der Sparkasse Gießen zur Ausstellungseröffnung. Foto: Saron Duchardt, saronduchardt.de

Guido Löhr konnte sich aber auf die Helfer in seinem zehnköpfigen Team verlassen. Dazu zählte auch Fotograf Saron Duchardt, der in Fotos, Worten und Videos über den Rennverlauf berichtete, damit Löhrs Fans mehr als den sich bewegenden Punkt auf der Livekarte verfolgen konnten. Die dabei entstandenen Fotos sind jetzt in der Zentrale der Sparkasse Gießen zu sehen. Den Stellwänden, an denen sie hängen, folgend, kann der Besucher das Rennen vom Start bis zum Ziel in tollen und teils sehr persönlichen Motiven noch einmal auf sich wirken lassen. Nicht alle Aufnahmen seien wohnzimmertauglich, aber alle Bilder könnten auch gekauft werden, gab Duchardt den Besuchern mit einem Lächeln mit auf den Weg. (pm/sd | Foto: Saron Duchardt, saronduchardt.de)

Eine Bilderstrecke der Ausstellungseröffnung finden Sie hier.

Ausstellungsort: Sparkasse Gießen, Johannesstraße 3, 35390 Gießen
Ausstellungsdauer: 8. bis 24. November 2017
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9:00 bis 18:00 Uhr

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