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Familie stellt die Trainingspartner

Noah Jung

GIESSEN – „Der Rennfahrer wird im Winter gemacht“ besagt ein Sprichwort in Radsportler-Kreisen. Was das in der Praxis bedeutet, weiß der 12-jährige Noah Jung aus Gießen-Wieseck nur zu gut.

Noah Jung

Fast täglich fleißig: Noah Jung bereitet sich als 12-jähriger schon zielstrebig auf seine Mountainbike-Saison vor - bei unserem Besuch stand Training auf dem Rollenergometer an. Foto: Dietel

Wer im Sommer glänzen will, muss im Winter die Grundlagen legen. Das weiß der Wiesecker Noah Jung: Der 12-jährige fährt Mountainbike-Rennen und konnte im vergangenen Jahr bereits Hessenmeister im Cross-Country-Rundstreckenrennen werden.

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Vorbild im Familienkreis

Durch seinen Kindergarten- und Schulfreund Percy Fügert, dessen Vater ein Fahrradgeschäft in Wieseck betreibt, ist Noah Jung schon früh auf das Mountainbikefahren gekommen und hat sich damit inzwischen einen Platz im Kader des Hessischen Radfahrerverbandes eingefahren. Beide sind Mitglied bei der Radsportgemeinschaft Gießen und Wieseck und finden dort weitere junge Menschen, die mit ihnen das gleiche Hobby teilen. „Früher oder später wäre Noah ohnehin zum Radsport gekommen“, meint Mutter Diana, deren Schulkamerad Uwe Platt, der Vater von Mountainbike-Profi Christopher Platt aus Wettenberg, war. Beide Familien sind freundschaftlich eng miteinander verbunden („Christopher hat Noah schon als Baby auf dem Arm gehabt“) und verbringen viele Renntage gemeinsam. So verwundert es nicht, dass Christopher Platt das große Vorbild von Noah Jung ist. Erst an zweiter Stelle nennt er Nino Schurter, den amtierenden Cross-Country Weltmeister, Olympia-Zweiten, Schweizer Meister und World-Cup-Sieger.

Abwechslung im Trainingsangebot

Fast täglich tut Noah Jung, der als „Frühchen“ und Zwilling auf die Welt gekommen ist, etwas dafür, um einmal so erfolgreich zu werden wie seine Vorbilder. Seine Familie ist dabei ein häufiger Trainingspartner für den 12-jährigen: Montags geht er mit Zwillingsschwester Maren ins Schwimmbad („zum schwimmen – nicht zum planschen“). Auf den freien Dienstag folgt dann am Mittwoch ein Training auf dem Mountainbike. Donnerstags geht er mit Mutter Diana Laufen oder fährt, wie bei unserem Besuch, im Keller auf dem Rollenergometer vor dem Fernseher eine Radeinheit. Ein Tag frei ist vor dem Wochenende, das dann wieder ganz im Zeichen des Mountainbikes steht.

Begleitung beim Training

Seine große Schwester Hanna könnte ihm noch ein zusätzliches Training verschaffen, wenn sie ihr Pferd beim Dressur-Training in der Halle bewegt, doch Noah hat kein Problem mit nassem Herbstlaub oder kaltem Winterwetter: „Papa hat das nicht so gerne, aber ich mag es, wenn es richtig matschig und rutschig ist“, sagt Noah. Und Papa muss oft ran, wenn es zum Mountainbike-Training geht, denn: „Noah ist noch zu jung, um mit dem Rad alleine weg zu fahren“, sagt Vater Thorsten. Er oder Vorbild Christopher Platt sind meist dabei, wenn über Stock und Stein trainiert wird. Vielleicht kein Zufall ist es daher, das sich Noahs zu Hause mit robusten Fliesen vom Keller bis zum Wohnzimmer vor den Folgen allzu matschiger Nachmittage gut gewappnet zeigt.

Auch der Garten ist dank eines großen Stapels Holzpaletten zum Paradies für Noahs Techniktraining und vielleicht auch zum Gesprächsthema der Nachbarn geworden. Die wissen aber spätestens seit den im vergangenen Jahr häufiger gewordenen Zeitungsberichten von seinem Hobby. Seinen Klassenkameraden in der sechsten Klasse der Friedrich-Ebert-Schule erzählt Noah nicht viel vom Mountainbikefahren. Er ließ lieber Tatsachen sprechen, als die Schüler der neunten und zehnten Klasse eine Fahrrad AG beim Schulfest anboten und gab eine Kostprobe seiner Radbeherrschung im Technikparcours.

Spielerisch zu sportlichen Zielen

Auch bei seinen Zielen ist es nicht Noahs Art, zu sehr zu prahlen. Seine Geschwister Maren und Hanna erinnern sich aber sehr wohl an bereits getroffene Aussagen: Die Teilnahme am Transalp-Mountainbike-Marathon sei ein langfristiges Ziel und in nächster Zukunft ein Platz in den Top 35 der Bundes-Sichtungsrennen und natürlich auch einmal die Nationalmannschaft. Vater Thorsten, der Mountainbike-Fachwart bei der RSG Gießen und Wieseck ist, ist dabei eines wichtig: „Er darf nicht zu früh zu viel wollen, damit er nicht zu schnell satt ist. Das Training sollte noch spielerisch sein und den jungen Sportlern Spaß machen“. So hat der 12-jährige keinen Zwang zum Training, sondern findet ein vielfältiges Angebot, mit dem er sich auf das Frühjahr und die Sommermonate vorbereiten kann, in denen es dann auch wieder regelmäßige Trainingstreffs mit seinen ebenfalls fleißigen Vereinskollegen gibt. (sd)

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