Heimisches Großaufgebot gegen starke Gäste

Radrennen "Rund um die Europawoche" in Hungen [Dieser Artikel benötigt eine Lesezeit von circa 4 Minuten]

HUNGEN – Das Radrennen „Rund um die Europawoche“ in Hungen ist eine Sache für echte Experten geworden. Die heimischen Starter hatten sich Erfolg versprechende Taktiken zurechtgelegt, mit denen sie die Konkurrenz zu Hause im Zaum halten wollten.

Zur achten Auflage nahmen die Teilnehmer mitunter weite Wege auf sich, um auf dem schnellen 1,4 Kilometer langen und vollkommen flachen Rundkurs mit einer der längsten und schnellsten Zielgeraden des Rennkalenders zu triumphieren. Taktische Schnippchen waren da nur sehr schwer zu schlagen – das mussten auch die heimischen Fahrer und Vereine erkennen.

Ein Rennen für Jedermann um den Preis der Firma Techno Design Hungen eröffnete den insgesamt 100 Runden zählenden Renntag „Rund um die Europawoche“. In den ersten 25 Runden der achten Auflage ging esHe im Endspurt um den Sieg, während in den beiden folgenden Wettbewerben mit Wertungssprints das Tagesergebnis ausgefahren wurde.

Viktor Slavik das Maß der Dinge

Die Anwesenheit von Teams und eine professionell wirkende Taktik fiel Streckensprecher Christoph Weber-Maikler bereits beim Jedermannrennen auf. Erik Fischer vom RV Blitz Spich setzte sich nach 25 Runden (=35 Kilometer) und 53 Minuten Renndauer vor Carsten Weikert und Mar Lenck durch und konnte damit gegen das Duo vom Team Rheinhessen gewinnen. Über 30 Runden (=42 Kilometer) führte das gemeinsame Rennen der Senioren II und III um den Preis der OVAG-Gruppe. Viktor Slavik (KMO-Cycling-Master Team II) und Frank Erk (RSC Ladenburg 2000) hatten sich früh von ihren Verfolgern abgesetzt und etliche Wertungspunkte eingefahren, die ihnen bereits eine Spitzenposition im Endergebnis sicherten. Slavik setzte aber noch einen drauf und konnte sich im letzten Drittel nochmals absetzen, so dass sein Tagessieg vor Erk am Ende eine sichere Sache war. Dirk Keßler von der RVG Rockenberg hatte zwischenzeitlich versucht, zu den Ausreißer aufzuschließen, doch schaffte den Zusammenschluss letztlich nicht. Platz fünf war dennoch eine achtbare Leistung, die bei seinem Heimrennen viel Beifall der Zuschauer fand. Auf Platz sechs folgte mit Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck ebenfalls ein Lokalmatador.

Radrennen "Rund um die Europawoche" in Hungen

Setzte sich bei seinem Heimrennen gut in Szene: Dirk Keßler (rechts) von der RVG Rockenberg. Foto: Meisinger

Vorsprung für sechsköpfige Ausreißergruppe

Während im Seniorenrennen nur acht Fahrer alle Wertungspunkte unter sich ausmachten, war die Sprintstärke im Rennen der Eliteklasse B und C um den Preis der Fachklinik Dr. Herzog deutlich vielfältiger verteilt. 15 Fahrer konnten in den alle fünf Runden ausgefahrenen Wertungssprints punkten und damit das Tagesergebnis aufstellen. Zeitweise hatte sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe mit rund 20 Sekunden Vorsprung abgesetzt in der Alister Clay von der RSG Gießen und Wieseck vertreten war, doch Clay hatte Mühe das Tempo in der offensiv fahrenden Fluchtgruppe dauerhaft mitzugehen. Eine insgesamt gute Figur gaben die Starter der mit fast vollem Aufgebot angetretenen RSG Gießen und Wieseck ab, die stets präsent waren, wenn es um Punkte und Prämien ging, wenn auch diesmal ein Podiumsplatz im Eliterennen verwehrt blieb.

Heimische schlagen sich wacker

Für lautstarke Begeisterung bei den Zuschauern sorgte auch eine Attacke des Echzellers Lukas Diederich. Der ehemalige Fahrer der RVG Rockenberg geht in dieser Saison für das Team Dortmund Nord an den Start und hatte eigens für sein Heimrennen einen Pflichtstart in Nordrhein-Westfalen abgesagt. Die Zuschauer erfreute es, auch wenn er sich nicht in das Tagesergebnis einmischen konnte. Mit Platz fünf von Alister Clay und Rang neun durch Victor Brück waren aber zwei aufstiegsrelevante Topten-Resultate dabei. Tim Becker, der sich vom Sprinter zum Allrounder mausert, kam auf Platz 14 und zeigte sich etwas ratlos: „Mit fehlte es wahrscheinlich einfach etwas an Masse um mich durchzusetzen“, sagte der Kinzenbacher im Vergleich mit seinen größer gewachsenen Gegnern, die auf der langen und leicht abfallenden Zielgerade im Vorteil gewesen zu sein schienen. Insgesamt dürfte die Mannschaft der RSG Gießen und Wieseck noch ein paar Rennen brauchen um die avisierte Taktik optimal umsetzen zu können, denn erst zu dieser Saison hatte sich das Team mit zahlreichen Zugängen der RV Gießen-Kleinlinden verstärkt.

So ging der Sieg im Rennen der Eliteklasse B und C nach 45 Runden (= 63 Kilometer) an Tobias Lautwein vom RSC 1984 Betzdorf vor Metz Ralf vom RSV Nassovia Limburg und Roman Kuntschik Roman von der Melsunger TG 1861. Lautwein wurde zudem als aktivster Fahrer der am häufigsten als Erster den Zielstrich überquerte mit einer Sonderprämie belohnt. (sd | Fotos: Dietel/Meisinger)

Eine Bilderstrecke vom Renntag finden Sie hier.

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