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Landkreis Gießen beim Fahrradklimatest im Mittelfeld

Fahrradstellplatz in Gießen

GIESSEN – Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) belegen die Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen Plätze im Mittelfeld. Das zügige Vorankommen im Stadtgebiet wird dabei unter anderem gelobt und der Winterdienst auf Radwegen kritisiert.

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Grafik zum Fahrradkima-Test 2012

Beim Fahrradklimatest landet der Landkreis Gießen im Mittelfeld - Wetzlar und Marburg schneiden deutlich schlechter ab. Rechts sind die Werte für alle deutschen Teilnehmerstädte dargestellt. Grafik: ADFC

Am besten haben die Radfahrer die Situation in Grünberg (Note 3,6) und Buseck (Note 3,7) beurteilt. Biebertal, Gießen und Heuchelheim erhielten die Note 3,9. Die übrigen Kommunen des Kreises kamen wegen zu geringer Teilnahme nicht in die Wertung.

Gute Gießener Beteiligung bei Befragung

Die Stadt Gießen war in diesem Jahr nicht nur erstmals in der Wertung, sondern erzielte bei den Teilnehmerzahlen sogar ein Spitzenergebnis: Bei der relativen Beteiligung liegt Gießen mit 83 Teilnehmern pro tausend Einwohnern in Hessen an der Spitze, bei den absoluten Zahlen lag die Stadt mit 640 Teilnehmern knapp hinter Frankfurt und vor allen anderen hessischen Kommunen. „Das zeigt, welches Gewicht das Radfahren in der Gießener Bevölkerung besitzt und ist aus Sicht des ADFC Gießen ein deutliches Signal an die Stadtpolitik, den Radverkehr weiter zu fördern und dem notwendigen Wandel im Mobilitätsverhalten Rechnung zu tragen“, sagt der ADFC Gießen.

Potential zur Verbesserung weiter nutzen

Dabei weist der Verein darauf hin, dass der nationale Radverkehrsplan der Bundesregierung beispielsweise Ausgaben zwischen acht und 16 Euro pro Einwohner und Jahr für den Radverkehr empfiehlt, was in Gießen 600.000 bis 1,2 Millionen Euro pro Jahr bedeuten würde. Die örtliche Radfahrerlobby wünsche sich, so der ADFC Gießen, dass dieser Betrag in den kommenden Jahren auch in Gießen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur aufgewandt werde. Möglichkeiten der Verbesserung gäbe es noch viele, wie ein Blick in den städtischen Radverkehrsentwicklungsplan zeige.

Ehrung für Frankfurt

Dass es sich auszahlt, in den Radverkehr zu investieren, zeigen Städte wie Frankfurt und Kassel. Durch systematische Radverkehrsförderung steigen dort immer mehr Personen auf das Fahrrad. Frankfurt hat seinen Radverkehrsanteil innerhalb weniger Jahre verdoppelt, was sich auch in deutlich verbesserten Werten im Fahrradklimatest gezeigt hat. Die Stadt Frankfurt wurde dafür am vergangenen Freitag in Berlin ausgezeichnet.

Einbahnstraßenfreigabe kommt gut an

Die Gießener Radfahrer erkennen der Befragung zufolge Verbesserungen durchaus an, wie sich bei der Frage zur Einbahnstraßenfreigabe zeigt: Gießen erhielt hier die Note 2,45, während Biebertal und Grünberg in diesem Bereich nur Noten oberhalb von vier bekamen, da sie trotz wiederholter Initiativen des ADFC Gießen bis heute kaum Einbahnstraßen für Fahrradfahrer geöffnet hätten.

Winterdienste auf Radwegen bemängelt

Fahrradstellplatz in Gießen

Trotz guten Fahrradklimas in Gießen: Der Winterdienst auf Radwegen und Stellplätze für Fahrräder sind aktuelle Themen für Verbesserungen. Foto: ADFC Gießen

Durchweg schlechte Noten erhalten alle Kommunen im Landkreis für den Winterdienst auf Radwegen, die Radverkehrsführung an Baustellen, fehlende Leihfahrräder sowie schlechte Fahrradabstellanlagen, wobei die Stadt Gießen dabei etwas besser abschnitt.

Mit dem Fahrrad zügig durch die Stadt

Positiv bewerten die Radfahrer vor allem die Erreichbarkeit des Gießener Stadtzentrums und die Zügigkeit des Radfahrens. Insbesondere außerhalb der Stadt Gießen wird das Radfahren eher als Spaß denn als Stress angesehen. Kritisiert wird jedoch in allen Kommunen, dass in letzter Zeit kaum Werbung fürs Radfahren gemacht wurde (Durchschnitt 4,9) und dass von einer Radverkehrsförderung in jüngster Zeit kaum etwas zu spüren gewesen sei (Durchschnitt 4,7).

Neue Radrouten und Stellplätze geplant

Der ADFC Gießen hofft jedoch, dass sich die Situation bald verbessern wird. So gibt es derzeit Pläne des RMV zur Verbesserung der Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und auch der Landkreis plant ein Radrouten- und Wegweisungskonzept für den kompletten Kreis. „Wir hoffen auch, dass Stadt und Landkreis Gießen bald auch die Fahrradabstellsituation an den Schulen verbessern“, so der ADFC-Kreisvorsitzende Hartwig Leuer.

Marburg und Wetzlar hinten

Betrachtet man ganz Mittelhessen, schneiden die Städte und Gemeinden des Landkreises noch am besten ab, denn die mittelhessischen Städte Wetzlar und Marburg wurden mit den Noten 4,22 und 4,28 weitaus schlechter bewertet. (jaf)

Alle Ergebnisse für Deutschland finden Sie hier und Informationen für Hessen finden Sie hier.

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