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Niederländischer Sieg zwischen mittelhessischen Massen

Dünsberg Mountainbike Marathon
BIEBERTAL – Der Dünsberg hatte gerufen – 370 Mountainbiker waren gekommen, um rund um Biebertal den „7. phi Dünsberg Mountainbike Marathon“ zu bestreiten.

Dünsberg Mountainbike Marathon

Das Ziel vor Augen: Majestetisch trohnte der Dünsberg an vielen Stellen sichtbar über der Veranstaltung. Foto: Dietel

Zahlreiche Radsportler aus Mittelhessen waren dem Aufruf des AMC Rodheim-Bieber gefolgt – der Sieg auf der Mittelstrecke ging aber in die Niederlande.

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Rood und Kolb holen Gesamtsiege

Für den Holländer Bram Rood war kein Anstieg zu steil, keine Kurve zu rutschig und kein Pfad zu holprig – er setzte sich vom Start an der Biebertaler Sporthalle in Richtung Vetzberg und den Krofdorfer Forst ab und baute seinen Vorsprung bis auf 4:05 Minuten aus. Dann erreichte er nach 54 Kilometern rund um und über den Dünsberg das Ziel der Mittelstrecke an der Biebertaler Sporthalle vor Vorjahressieger Max Friedrich (Team Firebike) und Florian Gaul (SSV Bunstruth/EGF Bunstruth Racing). Einen Gesamtsieg gab es auch auf der 27 Kilometer langen Kurzstrecke zu holen – den sicherte sich Constantin Kolb vom RSC Groß-Umstadt/Ghost-Racing-Team vor Marian Kopfer (TV Haiger/Move-Cycles) und Martin Textor (Fun-Bike Asslar).

Heimsiege in Nachwuchsklassen

Doch neben den beiden Gesamtsiegen auf den zwei Strecken spielten vor allem die Podiumsplatzierungen der Altersklassenwertungen eine große Rolle für die vielen heimischen Starter. Bei den Schülern über 27 Kilometer erfolgreich waren der Vetzberger Niclas Zimmer von der RSG Gießen und Wieseck im Trikot des Fahrradladen KrummeSpeiche und sein Drittplatzierter Vereins- und Teamkollegen Noah Jung. Das Trikot des ausrichtenden AMC Rodheim-Bieber auf die höchste Stufe des Siegerpodests in den Nachwuchsrennen brachten Carla Zaborowski bei den Schülerinnen, Linda Büchele in der weiblichen Jugend und Jonas Steinmüller bei den Junioren. Ebenfalls einen Biebertaler Heimsieg holte Jugendfahrer Niklas Jurik, der für den TGV Schotten und das Team HWG Gedern fährt.

Textor: „Als wäre das Ziel schon zu sehen“

Dünsberg Mountainbike Marathon

Schwerste Technikprüfung: Die so genannte "Rutsche" war am Dünsberg zu bewältigen, oder ein etwas längerer Weg außen herum zu fahren. Foto: Dietel

Als Vierter im Gesamtergebnis der 27-Kilometer-Strecke freute sich Manuel Müller (RV Gießen-Kleinlinden), der sich die Topten zum Ziel gesetzt und einen packenden Sprint im Finale geliefert hatte, über Platz drei in der Herrenklasse. Vereinskollege Alexander Bietz, der für das Team black tusk Racing by toMotion regelmäßig Marathons auf dem Mountainbike bestreitet, kam auf Platz fünf. Noch am Vortag hatte er von der 54 km Mittelstrecke auf die 27 km Kurzstrecke umgemeldet, nachdem er 14 Tage gesundheitlich eingeschränkt war. So konnte er mit einer Renndauer von etwas über einer Stunde auf der kürzeren Strecke nicht seine Ausdauer ausschöpfen, die ihm sonst in Marathons von Vorteil ist. Vom Tempo auf der Kurzstrecke nicht beirren ließ sich Senioren-II-Sieger Martin Textor: „Die jungen Fahrer sind losgefahren, als Wäre das Ziel schon zu sehen“, sagte der 42-jährige, der sich in der Vorwoche in Saalbach-Hinterglemm die Vizeweltmeisterschaft auf der Marathon-Kurzstrecke gesichert hat. Mit 4:33 Minuten den Sieg der Senioren III sicherte sich Organisationsleiter Thomas Gerlach, was für die – auch einen Moment ohne ihn – gut laufende Veranstaltung und für seine Kondition sprach.

Happel auf Zielgerade knapp gestellt

Das Beste aus ihrem bescheidenen Rennverlauf machte Annett Förster vom Team DELTA-BIKE.DE. Zwei Mal stoppte sie gleich zu Beginn ein platter Reifen, der letztlich zum vorzeitigen Rennende führte, aber sie damit zur begeisterten Fotografin ihrer Teamkollegen werden ließ. Und sie konnte zumindest kurz einen Eindruck von der guten Stimmung und der Radsportbegeisterung am Streckenrand erhaschen. Seinen Teil dazu trug auch AMC-Starter Pierre Happel bei: Der Elitefahrer fühlte sich auf der 54-km-Strecke nach stetigen Problemen in Vorjahren diesmal in bester Verfassung und zeigte dies als früher Viertplatzierter im Rennen. Auch nach der Passage des Dünsbergs zur Hälfte des Rennens hielt Happel seine Position weiter aufrecht. Erst auf den letzten Kilometern kamen dann Verfolger von hinten, die ihn ausgerechnet auf der Zielgeraden vor heimischem Publikum noch stellten und ihm mit einer Sekunde Rückstand den Sieg im Rennen der Herren wegschnappten.

Team DELTA-BIKE.DE stark

Dünsberg Mountainbike Marathon

Gut unterwegs gewesen: In bester Verfassung für Pierre Happel vom AMC Rodheim-Bieber den diesjährigen Dünsberg Mountainbike Marathon. Foto: Dietel

Mit einem verpassten Sieg hatte es auch Christian Schmidt vom Team DELTA-BIKE.DE zu tun. Schmidt hätte den Gesamtsieg der Rossbacher Bike-Challenge-Rennserie holen können, deren Abschlussrennen der Dünsberg Mountainbike Marathon war. Als Zweiter der Senioren II verpasste Schmidt zwar diesen Erfolg – er erfreute sich aber an der starken mannschaftlichen Leistung seines Teams, das in Ralf Platt (AMC Rodheim-Bieber), Carola Westermeier (Frauen) und Silke Kalinowski (Seniorinnen) noch drei dritte Plätze auf der Mittelstrecke holte.

Das Ziel und der Weg dahin sorgt für Freude

Auch wer nicht direkt um vordere Plätze in seiner Altersklasse kämpfte hatte Spaß und Erfolg auf der Fahrt rund um Biebertal und den Dünsberg. „Wenn man seinen Namen an der Strecke hört, ist das einfach immer wieder motivierend“, freute sich Peter Büchele, der dann noch Fünfter der Senioren III auf der Mittelstrecke wurde. „Es geht den Leuten einfach darum, die Strecke zu schaffen. Wer das hier geschafft hat, ist zufrieden mit sich und seiner Leistung“, sieht Organisationsleiter Thomas Gerlach einen Grund für den großen Zuspruch am Dünsberg Mountainbike Marathon, der auch dieses Mal wieder jeweils einen Euro der Startgelder zu Gunsten der „Tour der Hoffnung“ spendet und im Nachgang einen auf 1.000 Euro aufgerundeten Scheck übergibt. In die Zukunft des Dünsberg Mountainbike Marathon blickt Gerlach positiv: Man werde sich wieder darum bemühen, wie schon in der Vergangenheit Teil der niederländischen Marathon-Rennserie zu werden oder eine Marathon-DM auszutragen, so dass auch die in diesem Jahr ausgefallene Langstrecke wieder belebt werde, sagte Gerlach abschließend. (sd)

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