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Sachstand Mountainbiking am Dünsberg

BIEBERTAL – Im Bürgerhaus Rodheim versammelten sich etwa 60 Mountainbiker und Akteure aus Mittelhessen. Sie folgten einer Einladung zum Austausch über den Sachstand Mountainbike Trail- und Routenvorschläge am Dünsberg.

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Am vergangenen Dienstag (09.04.) folgten etwa 60 Mountainbiker und Akteure aus der Region Mittelhessen einer öffentlichen Einladung der Touristik Kooperation Gleiberger Land, vertreten durch die Biebertaler Bürgermeisterin Patricia Ortmann und der Tourismusfachkraft Christian Liebetruth. Die Überschrift lautete: „Sachstand Mountainbike Trail- und Routenvorschläge am Dünsberg“. Das Gleiberger Land möchte am Dünsberg zukünftig Strecken für unterschiedliche Nutzergruppen ausweisen. Darunter auch attraktive Strecken für den Mountainbikesport. Die Bürgermeisterin begrüßte alle im Saal Anwesenden und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Sie war sichtlich überrascht, dass der Einladung nahezu 60 Personen gefolgt sind, die sie an einer u-förmigen Tischanordnung sitzend und im Hintergrund stehend vorfand. Zusammen mit Christian Liebetruth wurde der aktuelle Sachstand zur Realisierung ausgewiesener Mountainbikestrecken vorgestellt. Der Standpunkt der Gastgeber ist lobenswert und führt zunächst in die richtige Richtung: ,,Uns ist nicht damit geholfen irgendwelche Strecken selbst festzulegen, die dann für Mountainbiker womöglich unattraktiv sind. Sie alle sind hier um uns mitteilen zu können welche Strecken am Dünsberg bevorzugt befahren werden. Wir erarbeiten ein Konzept und legen es zur weiteren Abstimmung den zuständigen Ämtern vor“. In einer Diskussionsrunde legte man Gedanken frei und tauschte gegenseitig Informationen aus. Den Vertretern des Gleiberger Landes war die Meinung der Anwesenden äußerst wichtig. Christian Liebetruth schenkte den Äußerungen und produktiven Vorschlägen der Mountainbike-Fraktion ein offenes Ohr und notierte fleißig mit.

Für alle, die nicht vor Ort waren oder keine weitergeleitete Einladung zum Treffen erhielten, haben wir nachfolgend die aus unserer Sicht wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Ausgewiesene Trails am Dünsberg – was ist möglich?

Die Touristik Kooperation Gleiberger Land saß mit Ämtern und Behörden wie Hessen Forst mehrfach zusammen an einem Tisch. Das Resultat fiel außergewöhnlich gut aus. Demnach ist es möglich am Dünsberg, trotz Denkmalschutz, Strecken für das Mountainbiken auszuweisen. Für die Erklärung der Möglichkeiten wurde eine Kartenansicht des Areals rund um den Dünsberg an die Leinwand projektiert. Zu sehen waren darauf die bestehenden drei Ringwallanlagen, sowie eine Parzellierung von Waldruhezonen und nutzbarer Flächen. Die Bereiche der Waldruhezonen, wie nicht anders zu erwarten, überwiegen. Bedeutsam sind hingegen die dargestellten Tore entlang der Ringwallanlagen. Eine Durchquerung ist lediglich an solchen Toren möglich. Das Überfahren oder auch Überbauen der Anlagen ist nach wie vor verboten. Priorität eins für die Planung einer Strecke: der Verlauf muss vom Plateau hinunter ins Tal bei allen drei Ringwallanlagen durch ein Tor führen. Hierzu gab es bereits Einsendungen anonymer Streckenvorschläge, die teilweise exakt die Lage der Tore treffen. Andere wiederum verfehlen sie mit Abstand. Für letztere gebe es keinesfalls eine Genehmigung seitens Hessen Forst und der Denkmalschutzbehörde, erklärte Christian Liebetruth. Sobald die Tore getroffen werden, könnte man eine Strecke weiter verfolgen. Letztlich fanden sich zwei geeignete Strecken. Eine davon führt vom Plateau hinunter zum Wanderparkplatz Krumbacher Kreuz.

Denkmalschutz am Dünsberg

Der Dünsberg ist unter Mountainbikern und Wanderern äußerst beliebt. Im Gegensatz zu anderen umliegenden Bergen und Waldgebieten steht das Erdreich größtenteils unter Denkmalschutz. Die teilweise noch gut erkennbaren Ringwallanlagen und dazwischen liegenden Flächen (Oppidum) sind Bodendenkmäler im Sinne des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. Das Betreten und vor allem Befahren des Bodens führt zum Abtrag der obersten Erdschicht. Ein Beispiel: Die Bremsspur eines blockierten Hinterrades, abseits befestigter oder ausgewiesener Wege, gilt streng genommen als Straftat. Es ist daher keine Selbstverständlichkeit, den Berg auf unbefestigten Pfaden wie beispielsweise Wanderwegen begehen zu dürfen.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Bodenbewegung. Die Strecken dürfen keine Holzbauten besitzen. Das sorgte kurzzeitig für etwas Unruhe im Saal. Durch den Einwurf einer Anmerkung, man könnte attraktive Trails auch naturnah gestalten, lockerte sich die Stimmung wieder. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei dem Berg um ein Denkmal handelt. Der Dünsberg bietet wenig Platz für alle Nutzergruppen. Jede für das Mountainbiken ausgewiesene Strecke ist ein Erfolg für den Sport und diejenigen, die ihn ausüben. Zunächst war es wichtig die entscheidenden Tore auszuwählen. Die Touristik Kooperation Gleiberger Land wird im weiteren Vorgang die gesammelten Routenvorschläge, Anregungen und Informationen akribisch prüfen und den genehmigungspflichtigen Instanzen vorstellen. Erst nach Festlegung möglicher Tore lassen sich Streckenverläufe im Detail erarbeiten.

Wald ist für alle da – oder nicht?

Wer auf zwei Rädern durch den Wald rollt, egal auf welchen Wegen, muss sich permanenten Pöbeleien und kritischen Blicken anderer Waldbesucher unterziehen. Manchmal zu Recht, wenn man beispielsweise eigensinnig einen Trail für sich beansprucht, aber auch häufig ohne ersichtliche Gefahr und bei anerkennender Rücksichtnahme. Es gibt immer die einen und die anderen. Sobald sich mehrere Nutzergruppen einen Weg teilen müssen entstehen Probleme und Reibungen. Insbesondere am Dünsberg könnten zukünftig für den Mountainbikesport ausgewiesene Strecken Abhilfe schaffen und die Wogen glätten.

(mst | Foto: Matthias Steinberger)

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