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Stadttheater: Koop gewinnt mit langem Anlauf

GIESSEN – Des einen Freud‘, des anderen Leid: Der neue Rennmodus bei „Rund um das Stadttheater“ hat die Ergebnislisten durchmischt, denn es gab nur einen Versuch für den perfekten Sprint. Doch die Vorarbeit musste viel früher beginnen.

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Der angekündigte neue Rennmodus war ein prägendes Thema der jüngsten Auflage von „Rund um das Stadttheater“. In den Reihen der Zuschauer war immer wieder zu hören, dass man gehört oder gelesen hatte, dass diesmal der finale Zielsprint das Tagesergebnis hervorbringt und nicht, wie in den Jahren zuvor, das Sammeln von Wertungspunkten während des Rennens.

Die Fahrer hatten also nur eine Chance für den perfekten Sprint – den einen Schuss, der passen musste, um auf dem Treppchen zu stehen. Unterwegs konnten sie auch diesmal in Prämienrunden Bargeld und Gutscheine einfahren.

Mädchen bestimmen Nachwuchsrennen

In den Nachwuchsklassen der Schüler U11 und U13 machten Mädchen im wörtlichen Sinne das Rennen. Isabelle Gentzik vom RSV FROH Fulda gewann nach 15 Runden (12 km) vor Hannes Schlereth und David Schrecke, die vom RV Concordia Karbach aus Bayern angereist waren. Jan Nissel von der RV Gießen-Kleinlinden kam als bester heimischer Fahrer auf Platz vier. In der U13 hatte Joelle Amelie Messemer (RSG Frankfurt) im Sprint nach 25 Runden (20 km) die schnelleren Beine vor Leopold Beirig (RSV FROH Fulda) und Christoph Lewin Siebert (RSG Frankfurt). Auch zum gemeinsamen Rennen der Schüler U15 und Jugend U17 reisten die Sportler, wie in den übrigen Rennklassen, teilweise weit an. Streckensprecher Frank Petry schrieb diese Anziehungskraft der langen Tradition zu, die das Radrennen „Rund um das Stadttheater“ in Gießen hat. Max Bock von der RFG aus Guntersblum gewann in der U15 vor Louis Gentzik (RSG Frankfurt) und Robert Ferencak (VC Frankfurt). Tim Nissel von der RV Gießen-Kleinlinden, der kürzlich bei der Kids-Tour in Berlin mit dem Hessen-Kader schnelle Kilometer sammelte, und sein Vereinskollege Arvid Koop, präsentieren sich nach einem wachsamen und offensiven Rennen im Zielsprint nach 35 Runden (28 km) auf den Plätzen vier und fünf. In der U17 setzte sich Till Kaufhold vom TSV aus dem thüringischen Breitenworbis nach 50 Runden (40 km) gegen das Duo Paul Haedenkamp und Jadon David Siebert von der RSG Frankfurt durch. Die bis dahin größte Rennklasse des Tages ging beim Hobbyrennen für Jedermann auf den 800 Meter langen und tellerflachen Rundkurs über die Johannesstraße, Neuen Bäue, Südanlage und Goethestraße. Im Zieleinlauf nach 25 Runden (20 km) kam Florian Heil vor Nils Krause und Lukas Heupel. Das Gesamtergebnis wurde in acht Altersklassen unterteilt gewertet.

Chance in Überrundung erkannt

Ein Paradebeispiel für den neuen Rennmodus lieferte das Rennen der Senioren II und III: Auch oder gerade weil es nach 60 Runden (48 km) um den finalen Zielsprint ging, musste man von Beginn an hellwach und an der Spitze präsent sein. Die Lokalmatadore Christian Schmidt (RSG Gießen und Wieseck) und Alexander Koop (RV Gießen-Kleinlinden) wählten vom Start weg eine brachiale Tempoarbeit als Mittel zum Zweck, das schnell Wirkung zeigte: Es bildete sich eine achtköpfige Spitzengruppe mit den beiden Mittelhessen, die dann sogar die Überrundung ihrer Verfolger schafften. „Uns war klar, dass dann die nächste Attacke folgen würde“, sagte Koop, der mit Schmidt und unverändert hohem Tempo beim Zusammenschluss quasi durch das Fahrerfeld fuhr und eine jetzt vierköpfige Spitzengruppe bildete, die den Sieg somit unter sich ausmachte. Im früh angesetzten Sprint von der Kurve an der Johanneskirche ging es dann, nach langer Zusammenarbeit, Jeder gegen Jeden. Dabei hatte Koop die höhere Endgeschwindigkeit und gewann das Rennen deutlich vor Ulrich Strothmann (Radtreff Campus Bonn) und dem RSG-ler Schmidt. Ganz ohne Taktik verlief die Premiere des ersten Gießener Laufrad-Rennen, bei dem sechs Kinder zum Wettrennen auf der Johannesstraße antraten, was den Zuschauer, die in diesem Jahr spürbar zahlreicher wahren, mit viel Applaus honoriert wurde.

Im Rennen der Amateure häufig an der Spitze des Feldes zu sehen: Florian Anders (in schwarz) und Valentin Szalay (in weiß-grün) von der RSG Gießen und Wieseck. Foto: Matthias Steinberger

Weltmeister und Deutscher Meister auf der Bahn attackiert

Im gemeinsamen Rennen der Amateure mit den Junioren um den „Preis der Stadt Gießen“ gab es wieder einen frühen Vorstoß eines einzelnen Fahrers, der schnell für Aufsehen sorgte: Juniorenfahrer Tobias Buck-Gramcko von der Tuspo Weende Göttingen ließ den Abstand zu seinen Verfolgern ausgesprochen schnell wachsen. Streckensprecher Frank Petry konnte diese offensive Fahrweise nach kurzer Recherche einordnen: Der Göttinger Ausreißer ist aktuell zweifacher Weltmeister und Deutscher Meister in Disziplinen des Bahnradsports und war somit auf dem vollkommen flachen Oval um das Stadttheater ganz in seinem Element. So war sein Sieg nach 60 Runden (48 km) vor Anton Antolovic (RC 07 Fulda) und Marc Lauf (RSC Linden) eine sichere Sache. Vor die Amateure, die noch zehn Runden mehr zu fahren hatten, gab es kurz vor dem Finale einen Schreckmoment: Bis in die Johannesstraße zu hören, gab es auf der Südanlage fünf Runden vor Schluss einen Massensturz, der den Einsatz des Krankenwagens erforderte. Rund 15 Fahrer waren auf der Gegengeraden zu Boden gegangen – viele von ihnen rappelten sich schnell auf und machten von der Rundenvergütung am Zielrichterwagen gebrauch, die sie nach dem Sturz an gleicher Stelle wieder ins Rennen einsteigen ließ. Zur Auswertung des knappen Zielsprints nach 70 Runden (56 km) brauchte es dann den Zielfilm um die Podiumsplätze zu ermitteln. Marten Meschkat von der RSG Harsewinkel gewann vor dem Duo Florian Anders und Valentin Szalay von der RSG Gießen und Wieseck. „Platz drei geht in Ordnung. Hauptsache nicht die Blechmedaille“, freute sich Szalay darüber, nicht Vierter geworden zu sein. Danach wurde die Rennrichtung geändert, man fuhr nun linksherum über das Oval, und die Inline-Skater trugen zum dritten Mal in Folge ein Teamzeitfahren auf der Strecke aus.

Team- und Einzelrennen auf Inline-Skates

Mirsch und Billerbek gewinnen Inline-Rennen

Zum dritten Mal in Folge fand das Skaterennen im Rahmen des Radrennens „Rund um das Stadttheater“ statt, das von den Ohm-Speedskatern ausgerichtet wurde. Zuerst stand ein Teamzeitfahren auf dem Programm, bei dem bis zu acht Skatern gemeinsam ins Rennen gingen. Die schnellsten Drei eines Teams wurden gewertet.

Bei den Herren waren sieben Teams am Start, Sieger wurde das Team „Düsseldorf Race“. Sie absolvierten die zehn Kilometer in 17:33 Minuten und waren damit 30 Sekunden schneller als das Team der Ohm-Speedskater. Bei den Damen siegte das Team „TAV Bonn Team Clara and Friends“ mit einer Zeit von 22:40 Minuten. Zum Abschluss des Tages gab es das Jedermannrennen: Hier wurden 30 Minuten plus eine Runde gefahren. Die letzte Runde zählte, nachdem der Erste 30 Minuten nach Startschuss die Ziellinie überquerte. Dann fuhr jeder seine angefangene Runde plus eine weitere und die Runden wurden addiert. Sieger bei den Herren wurde Sebastian Mirsch aus Darmstadt, einer der besten deutschen Skater aktuell. Bei den Damen siegte Kathrin Billerbek von den Ohm-Speedskatern. Die Ohm-Speedskater freuten sich über viele Zuschauer und die Unterstützung der Goethe-Apotheke Linden, die als Hauptsponsor das Rennen unterstützte. (Text: pm)

Redmers setzt auf frühe Flucht

Beim letzten Radrennen des Tages, dem „Großen Preis der Sparkasse Gießen“ für Kontinental-Team-Fahrer und Elite Amateure, waren die Blicke besonders auf Vorjahressieger Simon Redmers vom 1. RV Stuttgardia Stuttgart gerichtet. Mit einer selbstbewusst platzierten Attacke schon nach in der neunten von insgesamt 70 Runden (65 km), setzte sich der Wahl-Gießener kurz vor einer Prämienrunde als Solist ab. Entsprechend schnell läuteten bei seinen Verfolgern die Alarmglocken und man hätte die frühe Flucht fast als kaum zu überstehendes Unterfangen werten können. Mit Michael Gannopolski (RV Blitz Oberbexbach) schaffte ein sehr erfahrener Rundstrecken-Spezialist den Sprung an Redmers Hinterrad. Als eine Runde später auch noch Routinier Axel Hauschke von der Melsunger TG aufschloss, begann der Vorsprung der fortan drei Ausreißer rasch zu wachsen. Es dauerte nicht lange, dann konnte die jagende Meute das Spitzen-Trio auf der Johannesstraße und der Südanlage schon nicht mehr vor sich sehen.

Überrundung vor Zuschauern

Wieder einen Moment später hatten die Ausreißer das Feld von hinten im Blick, was ihr Tempo noch einmal anfeuert. Unter tosendem Applaus schafften sie nach 41 Runden auf der Start-Ziel-Gerade den Zusammenschluss und wussten, dass der Tagessieg nun unter ihnen ausgemacht würde. Damit das reibungslos funktionierte läutet die Jury fünf Runden vor Schluss den Zielsprint des überrundeten Hauptfeldes um Platz vier und folgend ein. Die drei Ausreißer hatten den Rundkurs danach für sich alleine und setzten zum Finale an: Mit einer Radlänge Vorsprung gewann im Endspurt dann Gannopolski vor Redmers und Hauschke nach der Siegerehrung durch Ilona Roth von der Sparkasse Gießen und Torsten Günther von der RSG Gießen und Wieseck waren dann noch einmal die Inline-Skater an der Reihe, die mit einem Jedermann-Rennen zahlreiche Starter und Zuschauer anlockten, die den Renntag „Rund um das Stadttheater“ mit einem Rennen in Einzelwertung krönten.

Den ausführlichen Rennbericht in Textform findet ihr hier.
Das Video zum Renntag findet ihr hier.
Fotostrecken vom Renntag findet ihr hier.

(Text: sd | Titelfoto: Tobias Zappe)

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