Sturz zum Start der finalen Vorbereitung

MITTENWALD – Zwischen Zugspitze und Karwendel absolviert der Gießener Matthias Steinberger derzeit ein achttägiges Mountainbike-Trainingslager. In Mittenwald erfolgt der finale Feinschliff für das bevorstehende 24h-MTB-Rennen am Nürburgring.

Die Alpenwelt Karwendel ist für den Gießener Radsportler ein bevorzugtes Sommerdomizil, das ihm jetzt für die finale Vorbereitung auf das 24h-MTB-Rennen am Nürburgring dient. Dort tritt er am 27. Juli in einem Zweier-Team an.

Das bayerische Idyll Mittenwald bietet Steinberger eine optimale Ausgangslage für Bike- und Wandertouren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Viele Biker brechen hier, grenznah zu Tirol/Österreich, durch das Karwendeltal zu einer Transalp auf. Matthias Steinberger ist fast täglich im Sattel unterwegs, um Biketouren in tiefe Täler und hinauf in luftige Höhen zu unternehmen. An Ruhetagen nimmt er sich Zeit für Wanderungen. Kraft- und Dehnübungen zu Abendstunden sorgen für eine lang anhaltende Performance im Sattel.

Um die Belastung des 24h Rennens zu simulieren zwingt er sich auf seinen Ausfahrten zu vielen Unterbrechungen. Eine Alm oder bewirtschaftete Hütte ist dahingehend immer hilfreich. Oftmals sind sie das große Ziel einer Tour. Steinberger empfindet solche Pausen für äußerst wichtig. „Der träge Körper muss bei einem 24h-Rennen nach jedem Fahrerwechsel sofort einsatzbereit sein. Dafür ist es wichtig, die Muskulatur, ähnlich einem Intervaltraining, stets zu fordern“, erklärt der 30-jährige. In einer 2er-Staffel bedeutet das: volle Belastung, radikale Unterbrechung, kurze Regeneration mit Energiezufuhr und wieder zurück auf den Sattel.

Schön anzusehen und gut zum trainieren: Die Gegend um Mittenwald dient dem Gießener Matthias Steinberger derzeit für ein Mountainbike-Trainingslager. Foto: Matthias Steinberger

Erste Ausfahrt endet schmerzlich

Steinberger reiste vergangenen Freitag (06.07.) mit der Bahn von Gießen nach Mittenwald. Sein Basislager ist eine Ferienwohnung mit Küchenzeile und Balkon mit Bergblick. Von dort startete er  am Tag nach Ankunft umgehend auf die erste Biketour – und es wäre beinahe seine letzte Tour geworden. Nach insgesamt drei deftigen Aufstiegen und damit verbundenen Abfahrten geschah es gegen Ende der Tour. In einer abschüssigen Kehre wechselte der Schotterweg auf Asphalt und das Vorderrad brach bei hoher Geschwindigkeit auf Rollsplitt aus. Das Bike knallte auf den Asphalt und Steinberger ging über das Vorderrad ab. In der Bewegung einer „Judorolle“ ähnelnd ging er unsanft vom Rad und hatte dabei großes Glück. Mit Abschürfungen, lädierter Schulter und geschwollenen Ellenbogen saß er am Folgetag wieder im Sattel. ,,Ich hätte nicht gedacht, danach wieder aufstehen und ein voll funktionstüchtiges Bike aufheben zu können. Das wir beide nahezu ungeschadet davon gekommen sind ist Wahnsinn! Es verbleibt ein Schock, den ich zunächst mental verarbeiten muss. Solche Unfälle passieren. Man muss danach sofort versuchen wieder aufzustehen und weiter zu fahren.“

Berglauf krönt Trainingswoche

Bereits am zweiten Tag nach seinem Unfall ist Steinberger den Tourenklassiker ‚Rund um das Karwendelgebirge‘ gefahren. Ohne Beschwerden konnte er die rund 70 Kilometer lange Strecke mit insgesamt 1.800 Höhenmetern genießen. Seine gute Form scheint somit nicht gefährdet und alles verläuft nach seinen Vorstellungen. Zum Abschluss seines Trainingslagers wird Steinberger am Samstag (14.07.) am Karwendel Berglauf teilnehmen. Mit Start in Mittenwald (912 m) und dem Ziel nach elf Kilometern auf der nördlichen Linderspitze (2.374 m) des Karwendels ewartet die Teilnehmer das „Paris-Roubaix der Berglaufszene“. Für Steinberger ein verlockendes Angebot, das er sich nicht entgehen lassen möchte. (mst/sd | Fotos: Matthias Steinberger)

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