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Szalay versucht es mutig im Alleingang

Foto: Stephan Dietel

GIESSEN – Mit Mut und Angriffslust setzten sich die heimischen Akteure zwischen starker nationaler Konkurrenz bei der jüngsten Auflage des Radrennens „Rund um das Stadttheater“ in Szene. Dabei wäre Neuzugang Valentin Szalay beinahe der ganz große Ritt gelungen.

„Das war Radsport auf höchstem Niveau“, bilanzierte Streckensprecher Hasso Redenz die jüngste Auflage von „Rund um das Stadttheater“, die „keine künstliche Spannung“ brauchte. Die Leistungsdichte war diesmal besonders hoch und die Liste der Favoriten entsprechend lang.

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So brauchte es mitunter einige Minuten des Rechnens auf dem Zielrichterwagen, bis die Plätze für das Siegerpodest feststanden, denn mit Ausnahme der jüngsten Nachwuchsklassen entschieden auch diesmal regelmäßige Wertungssprints über die Platzierungen.

Als erster heimischer Fahrer konnte sich Tim Nissel von der RV Gießen-Kleinlinden auf Platz drei der Schüler U13 durchsetzen. Sein finaler Zielsprint gegen Jermaine Zemke (VC Darmstadt) war ein denkbar knappes Ding. Der Darmstädter dürfte dabei auch von den Tipps seines Vaters Jens Zemke profitiert haben, der bis 2001 als Radprofi aktiv war, inzwischen als Sportlicher Leiter beim Team Bora-Hansgrohe beschäftigt ist und das Rennen „Rund um das Stadttheater“ entsprechend gut einschätzen konnte. In der Jugend U15 kam Jehu Hinder von der RSG Buchenau hinter Jarno Grixa (SV Sömmerda) auf den achtbaren zweiten Platz.

Doppelsieg im Hobbyrennen

Die doppelten Punkte der letzten Sprintwertung brachten im Hobbyrennen der Jedermann-Klasse nach 25 Runden einen Gießener Doppelsieg ein. Mike Pommerening als Sieger in der Männerwertung und Alexander Koop (beide RV Gießen-Kleinlinden) als Stärkster der Senioren II schafften es vor Jonas Arlt (RSC Göttingen) gemeinsam auf das Podium des Hobbyrennens und erhielten entsprechend viel Beifall der zahlreich anwesenden heimischen Zuschauer. In der Jedermann-Jugendklasse gab Samuel Jakobi, Neuzugang der RSG Buchenau, als Altersklassensieger ein erfolgreiches Debut vor Mahari Alem und Efrem Yeabyo (beide Gießen-Wieseck).

Mit viel Erfahrung bei ihrem Heimrennen waren die Lokalmatadore Christian Schmidt und Thomas Hockauf (beide RSG Gießen und Wieseck) im Feld der Senioren II nicht alleine. Dementsprechend hart umkämpft waren die Sprints um Punkte und Prämien. Frank Erk vom RSC Ladenburg hatte sich während der 60 zu fahrenden Runde zwar ein dickes Punktepolster aufgebaut; dahinter lauerten aber acht Fahrer mit hauchdünnen Abständen auf die zwei noch zu vergebenden Podestplätze. Schmidt und Hockauf konnten ebenfalls Punkte ergattern und präsentierten sich ausgesprochen kämpferisch, doch die Plätze zwei und drei gingen diesmal an Markus Bandura (RC Bellheim) und Erik Danner (RSC Nordsachsen). In der zeitgleich ausgefahrenen Juniorenwertung konnte sich dafür Niclas Zimmer (RSG Gießen und Wieseck) als Dritter mit zwölf Punkten hinter Markus Wille (16 Punkte, SV Sömmerda) und Vitus Obermann (25 Punkte, Tuspo Weende) behaupten.

Richtungswechsel zum Inlinerennen

Die Start- und Zielgerade auf der Johannesstraße hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon sehr gut gefüllt, was auch am neu ins Programm genommenen Inline-Rennen und dem damit verbundenen, interessanten Wechsel der Rennrichtung gelegen haben dürfte. Die Rennstrecke wurde damit zur Rennbahn und die Jurymitglieder der Radsportler machten den Organisatoren des Gießener Tuesdaynight-Skating auf dem Zielrichterwagen Platz. 30 Minuten plus eine finale Runde fuhren die Skater entgegen der traditionellen Richtung des Radrennens – die Schnellen auf der äußeren Bahn und die nicht so erfahrenen weiter innen. Linkskurse sind die Regel in dieser Sportart. Die Premiere glückte und die Mischung aus professionellen Speedskatern und Hobbyteilnehmern funktionierte reibungslos auf dem 800 Meter langen Innenstadtoval. Florian Röhrich (ERSG Darmstadt) war nach 24 zurückgelegten Runden der schnellste Mann vor Vereinskollege Christopher Balzer und Christopher Schneider (TV Homberg/Ohm-Speedskater). Bei den Frauen gewann nach 19 Runden Anne-Maria Lais vor Nicole Koning und Hanna Poloschek.

Foto: Stephan Dietel

Neu war nicht nur die Sportart: Die Skater führten auch eine andere Rennrichtung auf dem Innenstadtoval ein. Foto: Stephan Dietel

Entscheidung im letzten Punktesprint

Gleich 22 Fahrer ergatterten im Eliterennen der Männerklasse C um den „Preis der Stadt Gießen“ Wertungspunkte und ließen die Jury fleißig rechnen. Florian Anders von der RSG Gießen und Wieseck fiel zu Beginn der 80 Runden durch seine sehr offensive Fahrweise auf, die ihm neun Zähler einbrachte. RSG-Neuzugang Valentin Szalay versuchte es etwas später und setzte alles auf eine Karte: Der gebürtige Ungar setzte sich als Solist von seinen Verfolgern ab und sicherte sich damit souverän einige Wertungspunkte. Doch die Verfolger hatten ihn auf den beiden langen Geraden auf der Johannesstraße und der Südanlage stets im Blick und konnten den ambitionierten C-Klasse-Fahrer 22 Runden vor Schluss wieder einholen. Eine Vorentscheidung über den Tagessieg fiel aber auch auf den noch folgenden gut 17 Kilometern nicht. Erst der finale Zielsprint und die damit verbundenen doppelten Wertungspunkte brachten Klarheit: Punktgleich mit Tagessieger Tim Kreckel (RSV Nassovia Limburg) kam Szalay auf Platz zwei vor Christian Herr (Melsunger TG). Die mutige Flucht der Lokalmatadoren Szalay und der denkbar knappe Ausgang war aber ganz nach Geschmack der heimischen Zuschauer, die sich nach zweijährigem Umbau jetzt wieder auf dem Vorplatz der Sparkassen-Zentrale tummeln konnten. Sie sahen im Rennen der Frauen dann wie Ronja Köckerling vom Wiesecker Bundesligateam der RSG Placeworkers ihrer Favoritenrolle gerecht wurde und sich vor Elena Büchler (FC Lexxi Speedbike) und Francis Cerny (RSC Betzdorf) durchsetzte.

18 Fahrer mit Punkten machten das Rennen der KT-/A-/B-Klasse um den „Großen Preis der Sparkasse Gießen“ mächtig spannend. Im Vorfeld die Favoritenrolle von sich gewiesen hatte der Kinzenbacher Tim Becker (RSG Gießen und Wieseck), denn nach beruflich bedingter kurzer Rennpause sah er sich nicht in der Verfassung, um ganz vorne bei seinem Heimrennen mitfahren zu können. Mit auf der Rechnung haben sollte man aber den Echzeller Joschka Beck vom Team Bike Aid, der mit offensiver Fahrweise auf sich aufmerksam machte, 16 Punkte einfuhr und damit auf Platz vier im Tagesergebnis kam. Das dominierte nach 80 Runden (=64 Kilometer) der Vorjahressieger Robert Müller vom Herrmann Radteam mit 38 Zählern und nach Auswertung des letzten Punktesprints standen Philipp Sohn (Melsunger TG) mit 25 Punkten und Christian Noll (RSC Betzdorf) mit 20 Punkten auf den Plätzen zwei und drei fest. „Ein großer Preis, der seinen Namen wahrlich verdient“, bilanzierte Streckensprecher Hasso Redenz das Finale des gut achtstündigen traditionellen Gießener Renntages zwischen Stadttheater und Sparkassen-Zentrale.

IB-Horn Geothermie-Cup

Für die Kombinationswertung aus dem im Juni ausgetragenen Rennen im Rahmen der Bezirksmeisterschaft und dem Ergebnis von „Rund um das Stadtthetaer“ belohnte der IB-Horn Geothermie-Cup zusätzlich die Elitefahrer Philipp Sohn (Melsunger TG), Christian Noll (RSC Betzdorf) und Mario Ermert (TV Jahn Siegen) mit Sonderpreisen. (sd | Fotos: Stephan Dietel)

Eine Bilderstrecke vom Renntag finden Sie hier.

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