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„Tür zur Tour“ (2): Aufatmen im Krankenhaus

Tour de France

SAUMUR/LIMOGES – Der Sturz auf der Auftakt-Etappe prägt Jan-Niklas Drostes ersten Rennbericht der Serie „Tür zur Tour“ mit der er seine Eindrücke im Medical Team der Mannschaft Bora-Argon 18 bei der Tour de France zusammenfasst.

Mit Beginn der 103. Tour de France gibt der ehemalige Gießener und Ex-Radprofi Jan-Niklas Droste für die Nutzer von Radsportnachrichten.com mit der Serie „Tür zur Tour“ einen Einblick in seine Arbeit im Medical Team der deutschen Mannschaft Bora-Argon 18. (sd | Foto: Jan-Niklas Droste)

Von Jan-Niklas Droste:

Ich melde mich zurück von der Tour. Heute steht die vierte Etappe an und ich sitze wie die letzten Tage im Bora-Teamfahrzeug, das einige Kilometer vor der Spitze des Rennens auf der Strecke fährt und dann auf besondere Gefahrenstellen und ähnliches hinweisen kann.

Erst einmal muss ich sagen, dass die Tour wirklich ein unglaubliches Event ist! Immer wieder wird gesagt wie fantastisch die Stimmung an der Strecke ist und wie viele Zuschauer sich links und rechts des Kurses befinden – aber die Dimension konnte ich mir doch nicht vorstellen… wirklich Wahnsinn!

Der Grand Depart in der Normandie begann am Samstag bei gutem Wetter vor der Kulisse des Mont Saint Michel. Ich kannte nur die Bilder vom Berg mit dem kleinen Ort in der Bucht gelegen, der nur über einen Steg zu erreichen ist. Wer die Bilder gesehen hat, weiß, dass es ein wunderschöner Auftakt des Rennens war.

Mit einer weitestgehend flachen Etappe, die an Utah-Beach – einem Landungsstrand der Alliierten im zweiten Weltkrieg – endete, deutete alles auf einen Massensprint hin. So kam es dann auch und mit Sam haben wir einen jungen Sprinter in der Mannschaft, der sich für diese Finals einiges vorgenommen hat.
Als ich dann hinter der Ziellinie auf die Fahrer wartete hörte ich von einem schweren Sturz auf den letzten 500 Metern und unsere Jungs bestätigen, dass Sam mit dabei war.

Es war ein ziemlich schwerer Crash und ich war ziemlich besorgt, als ich ihn im Krankenwagen sah. Den Abend haben wir dann im Krankenhaus mit vielen Untersuchungen verbracht und zum Glück zeigten sich keine schweren Verletzungen und keine Brüche wie zuerst befürchtet! Leider nahm uns der schwere Sturz ein bisschen die Freude, dass Vossi (Paul Voss, Anm. d. Red.) mit einer super Leistung ins Bergtrikot der Tour gefahren war. Er ist wirklich ein super Rennen gefahren.

Trotz keiner Frakturen litt Sam ziemlich mit seinen Verletzungen und wir waren nicht sicher ob es für ihn möglich wäre am nächsten Tag wieder aufs Rad zu steigen. Mit viel Arbeit und der Hilfe der Physios und unseres Osteopathen Markus Stephani – und nicht zuletzt auchs Sams Willen das Rennen fortzusetzen – konnte er sich am Sonntag dann aber durch die Etappe quälen und es auch Montag auf dem dritten Teilstück das Rennens ins Ziel schaffen.

Mit Sam schauen wir jetzt von Tag zu Tag und arbeiten an seiner Genesung. Drückt uns die Daumen, dass er sich weiterhin gut erholt! So ein stressiger Auftakt war sicher nicht das, was wir uns vorgestellt haben, aber das gehört im Radsport dazu. Kurze Nächte und viel Arbeit sind dann vorprogrammiert 😉

Unsere anderen Fahrer sind bis jetzt gut durch die unruhigen ersten Tage gekommen und Emu und Patrick haben keine kostbare Zeit auf die Spitze verloren.

Heute steht das längste Teilstück der Tour mit 237 Kilometern von Saumur nach Limoges an. Die Etappe ist wieder flach, sodass man davon ausgehen kann, dass die Sprinter erneut versuchen den Sieg unter sich auszumachen, bevor es dann morgen mit den ersten „richtigen“ Bergen losgeht und einem schweren Finale nach Le Lioran.

Immer dabei seid ihr auch über unsere offiziellen Sociamedia-Kanäle bei Facebook und Twitter @BoraArgon18, sowie www.bora-argon18.com

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