Seit mehr als 30 Jahren rollt die „Tour de Natur“ als mehrwöchige Demonstration klimafreundlich per Fahrrad durch Deutschland. Unterwegs sind Beispiele guter und schlechter Verkehrsplanung Anlass für kleine Unterbrechungen oder Kundgebungen. So auch am Mittwoch (29.07.) und Donnerstag (30.07.) wenn die Tour auf ihrer diesjährigen Route in Gießen und Reiskirchen Station macht.
Die Tour de Natur 2026 ist unterwegs vom 25. Juli bis zum 9. August und führt von Frankfurt am Main über Gießen, Marburg und Eisenach nach Erfurt. Die Tour de Natur ist eine Initiative der Grüne Liga Dresden, des Vereins Oberes Elbtal.
Erstes Ziel in Mittelhessen ist am Mittwoch (29.07.) der Gießener Anlagenring wegen der „vertanen Chance, endlich von der autoorientierten Stadtaufteilung zu einer Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität zu kommen“, wie es in der Ankündigung der Aktions-Radtour heißt.
Am Donnerstag (30.07.) will die Fahrraddemo dann die geplante Trasse des B49-Neubaus im Jossollertal bei Reiskirchen inspizieren und lautstark für eine Verkehrswende hin zu Fuß, Fahrrad und Bahn statt euer Straßenbauten eintreten. Interessierte Mitradlerinnen und Mitradler sind jederzeit willkommen.
Am Mittwoch (29.07.): Von Bad Nauheim über Butzbach nach Gießen
Am Mittwoch (29.07.) startet die Tour um 9:30 Uhr an der Waldorfschule in Bad Nauheim, macht um 12 Uhr Mittagspause auf dem Kirchplatz in Butzbach und passiert dann gegen 15:20 Uhr die Breitgasse in Langgöns, um 16:15 Uhr die Bushaltestelle Frankfurter Straße in Großen-Linden und um 16:45 Uhr die Bushaltestelle Wetzlarer Straße in Kleinlinden. Überall ist möglich, sich der Raddemo anzuschließen, ebenso gegen 17 Uhr in Höhe Schubertstraße und kurz danach dann am Selterstor, am Brückenbauwerk, dem so genannten Elefanten-Klo. Um 17:15 Uhr folgt dann eine Kundgebung auf der Ostanlage direkt vor den Gerichtsgebäuden, die bei der Beerdigung der Verkehrswende in Gießen eine unrühmliche Rolle spielten. Im Anschluss geht es zur Gießener Sophie-Scholl-Schule, dem Übernachtungsplatz. Dort gibt es um 19 Uhr Abendessen und danach zwei Workshops zur RegioTram-Idee für Gießen und zum B49-Neubau.
Am Donnerstag (30.07.): B49-Neubau bei Reiskirchen auch räumlich großes Thema
Der B49-Neubau ist dann auch Hauptthema des Folgetages. Denn um 9:30 Uhr geht es vom Schulhof der Sophie-Scholl-Schule in Gießen direkt auf die B49 bis zur Abfahrt nach Oppenrod, um dann auf Feldwegen die geplante Trasse näher kennenzulernen. Als skandalös betrachten die Verkehrswendeaktiven nicht nur, dass durch den Bau das Jossollertal zu großen Teilen zerstört und neuer Verkehr erzeugt werde, der dann die weiter östlich liegenden Orte zusätzlich belaste, sondern im Besonderen, dass dieser Bau aus Sanierungsmitteln finanziert wird – Bahn und marode Brücken wegen des überflüssigen Neubaus im Stich gelassen würden. Wer sich der Trassenfahrt anschließen will, sollte um 10 Uhr an der Unterführung des R7-Radweges unter der A5 auf die Raddemo warten. Nahe der beiden ersten Baustellen unterhalb eines betroffenen Wohngebietes und der Grundschule sowie südlich von Lindenstruth wird es kleine Kundgebungen gegen den Straßenbau geben, dessen Plan laut der Verkehrswendeaktiven auf manipulierten Zahlen für zukünftige Verkehrsmengen und behauptete Entlastungswirkungen beruhe.
Weitere Informationen zur Tour de Natur gibt es auf www.tourdenatur.net.
Weitere Informationen zum Bauprojekt B49 – Reiskirchen / Lindenstruth gibt es hier.
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