RÜSSELSHEIM – Diese Meldung bringt Vorfreude und – in Mittelhessen – Enttäuschung zugleich: Die German Pumptrack Series startet 2026 in ihre zweite bundesweite Saison. Die Rennserie macht in fünf Bundesländern Station – Hessen ist aber nicht mehr dabei. Das angepasste Konzept bindet zudem mehr lokale Erfahrung in die Durchführung der Renntage ein. Mit einem Kommentar von Stephan Dietel.
Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wächst die German Pumptrack Series weiter und bringt den Pumptrack-Sport erneut in mehrere Regionen Deutschlands.
Im Vorjahr war der Pumptrack im Ziegelhüttenweg in der Gemeinde Waldsolms einer von acht Renntagen der German Pumptrack Series, über dessen Mittelhessen-Premiere wir berichteten.
German Pumptrack Series 2025
Waldsolms war Hotspot der Pumptrack-Szene
WALDSOLMS – An vielen Orten, auch in Mittelhessen, sind bereits Pumptracks entstanden. Mit der German Pumptrack Series und ihrer Station in Waldsolms kam jetzt eine Rennserie nach Mittelhessen, die eine gute Gelegenheit war, auf diese junge Radsport-Disziplin zu blicken – und auf die Resultate der heimischen Teilnehmenden. […]
Neues und Bewährtes
Organisiert wird die Rennserie weiterhin von einem Verein, der Pumptrack Union e.V. (ehemals StreetGrown e.V.). Der neue Name stehe für die klare Ausrichtung auf den Pumptrack-Sport und dessen bundesweite Entwicklung, heißt es aus dem Verein mit Sitz in Rüsselsheim am Main. Neu ist in diesem Jahr, dass der Verein nicht mehr selbst Ausrichter der einzelnen Renntage ist, sondern Kommunen und Vereine diese Aufgabe übernehmen.
Die German Pumptrack Series richtet sich auch in ihrer zweiten bundesweiten Saison an MTB-, BMX- und Laufrad-Fahrerinnen und -Fahrer aller Altersklassen. Die Teilnahme ist kostenfrei und bewusst niederschwellig gestaltet – unabhängig von Lizenz, Alter oder Vereinszugehörigkeit. Neben den jeweiligen Tagessiegerinnen und -siegern wird am Saisonende die Gesamtwertung der Serie gekürt. Sicherheitsausrüstung, insbesondere Helme, ist verpflichtend.
Über die German Pumptrack Series
Die German Pumptrack Series ist die erste deutschlandweite Rennserie für Pumptrack-Fahrerinnen und -Fahrer. Ziel ist es, den Sport nachhaltig zu fördern, Nachwuchs zu begeistern und Vereine bundesweit zu vernetzen. Organisiert wird die Serie von der Pumptrack Union e.V., einem gemeinnützigen Verein zur Förderung des Pumptrack-Sports in Deutschland.
- 5 deutschlandweite Rennen
- Jeder und Jede kann teilnehmen
- Alle Altersklassen sind am Start
- 100 % Non-Profit – keine Startgebühren, kein Pay-to-Ride
Weitere Informationen zur Serie findet ihr auf www.german-pumptrack-series.de.
Professioneller Zeitnehmer begleitet die Rennserie
Ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung der Serie ist die Zusammenarbeit mit MotoSheets. Erstmals setzt die German Pumptrack Series 2026 auf einen professionellen Dienstleister für die Zeitnahme. Die Transponder-Technologie ermöglicht eine präzise Erfassung der Fahrzeiten, eröffnet neue Möglichkeiten bei der Gestaltung des Rennformats und sorgt zugleich für eine effiziente Durchführung – insbesondere bei großen Teilnehmerfeldern. Damit wird die organisatorische Qualität der Serie weiter gesteigert und der sportliche Anspruch konsequent ausgebaut.

„Mit der zweiten Saison der German Pumptrack Series gehen wir den nächsten konsequenten Schritt in der Weiterentwicklung des Formats.“
– Luca Eckhardt, 1. Vorstand Pumptrack Union e.V.
„Unser Ziel ist es, den Pumptrack-Sport bundesweit strukturiert, verlässlich und nachhaltig aufzubauen. Dazu gehört auch die weitere Professionalisierung der Abläufe – etwa durch den Einsatz moderner Transponder-Zeitnahme. Die große Resonanz aus dem vergangenen Jahr zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind – 2026 setzen wir genau hier an und entwickeln die Serie gezielt weiter.“, sagt Luca Eckhardt, 1. Vorstand des Vereins Pumptrack Union.
An jedem Standort arbeitet die Pumptrack Union e.V. jetzt eng mit lokalen Veranstaltern – überwiegend Vereinen aus der Region – zusammen. So verbindet die Serie bundesweite Organisation mit lokalem Engagement und aktiver Vereinsarbeit vor Ort.
| Tag | Ort | Veranstalter |
|---|---|---|
| Sonntag, 26. April | Saal an der Donau (Bayern) | RSV Saal |
| Samstag, 16. Mai | Barchfeld-Immelborn (Thüringen) | FSC Immelborn |
| Samstag, 11. Juli | Eppelborn (Saarland) | RV Schwalbe Eppelborn 1921 |
| Samstag, 5. September | Büdelsdorf (Schleswig-Holstein) | Pumptrack Büdelsdorf |
| Samstag, 26. September | Essen-Steele (Nordrhein-Westfalen) | MSV Essen-Steele 2011 |
Bundesweite Entwicklung mit lokaler Stärke
Mit Stationen von Bayern bis Schleswig-Holstein möchte die German Pumptrack Series 2026 „ein starkes Zeichen für die bundesweite Vernetzung des Sports“ setzten, heißt es in der Pressemeldung zur Vorstellung der in diesem Jahr fünf Renntage. Die Kombination aus professioneller Serienstruktur, moderner Zeitnahmetechnik und engagierten Vereinen vor Ort schaffe „hochwertige Events mit sportlichem Anspruch und familiärer Atmosphäre“. Dass dieser Anspruch bereits im Vorjahr Realität war, konnte auch im mittelhessischen Waldsolms bei hochsommerlicher Hitze von Teilnehmenden und Gästen erlebt werden.
20 Bewerbungen, aber keine aus Hessen
Aber: Um Hessen muss die German Pumptrack Series 2026 einen Bogen machen, denn es wird hier diesmal keine Veranstaltung geben. Im Dezember 2025 hatte die German Pumptrack Series über Social Media eine 30-tägige Bewerbungsphase mit umfangreichem Informationsmaterial ausgerufen. In diesem Zeitraum konnten sich Vereine und Kommunen als Austragungsort für 2026 bewerben. „Wir haben in dieser Bewerbungsphase grundsätzlich keine Bewerbung aus Hessen erhalten.“, sagt Florian Löffler, verantwortlich für Orga und Presse der German Pumptrack Series im Pumptrack Union e.V. (vormals Streetgrown e.V.).
Aus den insgesamt 20 vorliegenden Bewerbungen seien schlussendlich fünf Veranstaltungen für diese Saison ausgewählt worden, so Löffler weiter. Der Auswahl hätten dabei Kriterien zugrunde gelegen, die sich unter anderem mit Fragen der vor Ort vorhandenen Infrastruktur, der Verteilung der Veranstaltungen über Deutschland für eine gute Erreichbarkeit und nicht zuletzt mit der Motivation der Vereine beschäftigt hätten. Auch habe man keine Veranstaltungsorte aus den letzten Jahren wählen wollen, um die Serie attraktiv zu halten, war auf Nachfrage von Radsportnachrichten.com zu erfahren.
Video-Rückblick: German Pumptrack Series 2025 in Waldsolms
Grafik: Jan Heilenz (www.janheilenz.com) | Foto: Stephan Dietel | Bericht/Kamera/Schnitt: Stephan Dietel.
Im Übergangsjahr auf Bewährtes gesetzt
Das vergangene Jahr sei eine Art Übergangsphase gewesen, weg von der Hessisch Pumptrack Series beziehungsweise dem NRW Pumptrack Cup hin zur German Pumptrack Series. „Da das organisatorisch im letzten Jahr ein großer Kraftakt für uns war, das deutschlandweit zu organisieren, wurden mehr Rennen in Hessen und NRW ausgerichtet. Das waren vor allem Orte, die zum Teil schon in den letzten Jahren Schauplatz waren. Einfach aus dem Grund: Wir wissen, was wir dort vorfinden“, gibt Florian Löffler auf Radsportnachrichen.com-Anfrage einen Einblick in die Organisation der German Pumptrack Series, die gänzlich ehrenamtlich stattfindet.
Mehr lokale Erfahrung in angepasstem Konzept
Als der Pumptrack Union e.V. (vormals Streetgrown e.V.) im Vorjahr nicht nur Veranstalter, sondern zugleich auch noch Ausrichter der Renntage vor Ort war, habe das einen unglaublichen Orga-Aufwand bedeutet. Hinzugekommen sei, so Löffler, „dass wir bei Veranstaltungsorten keine Helfer hatten, die schon einmal vor Ort etwas organisiert haben. Das ging von den Sanitätern, über Parkplatz und teilweise Verkehrskonzepte – Absperrungen, Parkverbote und so weiter – bis hin zur Orga von Toiletten.“ Auch seien oft Zusagen der Gemeinden nicht eingehalten worden, die mit den von ihnen unterhaltenen Pumptracks Gastgeber waren.
„Deshalb wurde vom Konzept her entschieden, dass wir als Verein weiter nur noch in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen oder Kommunen veranstalten werden, die wirklich fixe Zusagen einhalten und so eine Orga auch hinbekommen. Wir sind die Organisatoren und kümmern uns um den Rahmen der Serie, die Anmeldung, überregionale Bewerbung, Zeitnahme, Auswertung. Die lokalen Vereine werden zum Veranstalter der einzelnen Stopps der Serie und kümmern sich um alle Belange, die vor Ort wichtig sind. Das Konzept haben wir Anfang Dezember vorgestellt.“, schildert der für Orga und Presse der German Pumptrack Series verantwortliche Florian Löffler gegenüber Radsportnachrichten.com.
von Stephan Dietel
In Hessen dauert’s vielleicht noch

Dem Kriterium entsprechend, keinen Ort aus den Vorjahren für 2026 auszuwählen, wäre der Pumptrack in Waldsolms ohnehin nicht in die diesjährige Serie gekommen – wenn es von dort eine Bewerbung gegeben hätte. Aber es hätte auch einige andere Pumptracks bei uns in Mittelhessen – und in Hessen umso mehr – gegeben, für die ich mir einen Renntag hätte vorstellen können. Dass Hessen nicht Teil der German Pumptrack Series 2026 ist, hat mich zuerst extrem gewundert. Als ich hörte, dass es keine einzige Bewerbung aus Hessen gegeben hat, war ich dann richtig erschrocken. Im selben Moment erinnerte ich mich aber an Schilderungen meines Radsportnachrichten.com-Kollegen Matthias Steinberger. Als Trainer in Vereinen hat er viel Erfahrung und mir schon oft beschrieben, wie aufwendig es ist, sich als Verein mit offiziellen Aktivitäten auf die örtlichen Pumptracks zu begeben, die sehr oft von Städten und Gemeinden betrieben werden. Und so denke ich, dass es in Mittelhessen – und scheinbar in Hessen insgesamt – noch etwas Zeit braucht, bis die Vereine und ihre Pumptracks vor Ort in den Städten und Gemeinde auch organisatorisch zusammengefunden haben, um sich vielleicht in Zukunft für einen offiziellen Renntag mit lokalem Ausrichter zu bewerben.
Grüße gehen raus an die mittelhessischen Pumptracks in Bicken, Wißmar und Gießen. Die German Pumptrack Series wäre bestimmt gerne mal auf eurem Asphalt unterwegs, wenn sich vielleicht demnächst ein Ausrichter findet und dann auch eine Bewerbung raus geht.
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