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Auftakt der virtuellen Rad-Bundesliga

ZU HAUSE – Wer hätte zu Beginn der Saison gedacht, die deutsche Rad-Bundesliga innerhalb der eigenen vier Wänden zu bestreiten? Tatsächlich ist das seit vergangenen Samstag (18.04.) offiziell möglich.

Redaktion

In Zeiten der Corona-Krise hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sein Programm der German Cycling Akademie (GCA) auf der Online-Plattform Zwift verlängert. Am 18. April startete das erste Rennen der „GCA Liga powered bei Müller – Die lila Logistik“ auf dem heimischen Rollentrainer vor dem Monitor. Das erste offizielle Rennen verlief über 40,4 Kilometer und rund 300 Höhenmeter auf der Strecke „Sand & Sequoias“ in der Zwift-Welt Watopia. Der Start erfolgte für alle Teilnehmenden um 16:45 Uhr. Die Rennen der GCA-Liga werden seitens des BDR wie ein reales Straßenrennen angesehen und ausgewertet. Die Sportler*innen lieferten sich anspruchsvolle Duelle oder versuchten in Gruppen mitzufahren. Beinahe wie im echten Leben, jedoch unter noch härteren Bedingungen – isoliert in den eigenen vier Wänden.

,,Der erste Lauf der GCA-Liga mit über 300 männlichen Startern war ein voller Erfolg. Es zeigt sich, die deutschen Rennfahrer sind auch ohne Straßenrennen fit. Die Spitzenfahrer sind im Schnitt zwischen 4,6 und 5,2 Watt/kg gefahren und haben zum ersten Lauf enorm viel Watt auf die digitale Straße gebracht“, sagte Tim Böhme, Ex-Mountainbiker und GCA Sigital Headcoach.

Niclas Zimmer setzt mit Platz 15 ein Ausrufezeichen!

Der mittlerweile in Rödgen wohnende Niclas Zimmer von der RSG Gießen und Wieseck stieg für das Rennradteam Erdinger Alkoholfrei auf den Sattel. Seine Erfahrungen mit dem Portal Zwift und damit verbundene technische Notwendigkeiten bereiteten Niclas vor dem Rennen keine organisatorischen Probleme. Im Gegenteil: ,,Ich bin morgens, in der realen Welt, noch eine kleine entspannte zweistündige Runde gefahren. Warm gefahren habe ich mich etwa 30 Minuten vor dem Rennen auf der Rolle“, teilte uns der amtierende U23 Vize-Hessenmeister im Cross Country mit. Während des Rennens erhielt er die Unterstützung seiner beiden zusehenden WG-Kollegen, die ebenfalls schnelle Radsportler sind, sowie einen kaum spürbaren Luftzug des Ventilators. Wer bei einem Zwift-Rennen nach ganz vorne möchte, muss kräftig in die Pedale treten bis der Schweiß an der Decke des Untermieters abtropft! In einem äußerst stark besetzten Teilnehmerfeld erkämpfte sich Niclas Zimmer den 15. Platz. Damit setzte er in der Radsportszene ein starkes Ausrufezeichen, denn die GCA-Liga ist härter, als die Realität.

,,Das Rennen an sich war sehr hart, da es nur um die reine Wattleistung (W/kg) geht, wodurch es eigentlich ziemlich fair für alle ist. Am Ende sprang nach knapp 350 Watt über 53 Minuten und den virtuellen 42 km der 16. Platz heraus. Ein Ausländer war noch vor mir, der wiederum nicht in der Wertung des GCA geführt ist. Neben dem Training ist für mich ein solches Rennen eine nette und spaßige Abwechslung in der derzeitigen Situation“, berichtete uns Niclas Zimmer nach dem Rennen.

Alexander Koop und Sean Feldhaus zeitgleich ins Ziel

Mit Alexander Koop von der RV Kleinlinden und dem in Gießen studierenden Mountainbiker Sean Feldhaus (Team MondrakerRockets) waren zwei weitere mittelhessische Fahrer am Rennen beteiligt. Sie kamen zeitgleich auf den GCA Plätzen 91 und 93 ins Ziel. Von den insgesamt rund 300 Startern hielten am Ende nur 247 durch. Der nordrhein-westfälische Elite Landesmeister im Cross Country, Sean Feldhaus, beteiligt sich regelmäßig an Wettkämpfen bei Zwift. Wie er die Teilnahme des Bundesliga-Rennens empfand, erzählte er uns mit nachfolgenden Worten.

Ich bin jetzt etwa 30 Zwift-Rennen gefahren aber so eine Leistungsdichte habe ich noch nie gesehen! Mit sämtlichen persönlichen Wattrekorden gelangte ich gerade so in die Top 100 – und bis zu diesem Rennen war Platz 40 mein schlechtestes Ergebnis. Das Gute ist, dass es die einzige Möglichkeit ist, sich aktuell zu messen. Alleine draußen oder auf der Rolle würde ich nie derartig ans Limit gehen, wie in solch einem Race. Man merkt aber auf jeden Fall, dass es beim richtigen Radeln auf viel mehr ankommt, als nur Leistung. Trotzdem sehe ich in offiziellen Zwift-Rennen viel Potenzial.

GCA Liga – eine virtuelle Rennserie

Die „GCA Liga powered bei Müller – Die lila Logistik“ veranstaltet noch vier weitere Rennen, die immer samstags auf Zwift ausgetragen werden. Für Zuschauer sind zudem moderierte Onlinestreams geplant um die Rennen von zu Hause aus verfolgen zu können.

Alle Infos über Termine und Livestreams erhaltet ihr hier.

Ein Bericht über das Rennen der Frauen folgt.

(Text: mst | Foto: Simon Redmers)

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