FRANKFURT – Die Fahrradmesse Eurobike lockte vom 24. bis 27. Juni auf das Messegelände in Frankfurt am Main. Zweieinhalb Tage durfte Fachpublikum die Messe besuchen, dann stand die Eurobike eineinhalb Tage lang allen Interessierten offen. Zwei Radsportnachrichten.com-Redakteure erlebten die 34. Eurobike mit unterschiedlicher Vorerfahrung und fassten ihre Eindrücke in Kommentaren zusammen. Denn: Die Messe befindet sich in einem Veränderungsprozess.
Die Fahrradmesse Eurobike 2026 zog rund 800 ausstellende Unternehmen aus 44 Ländern an, um ihre Produkte auf dem Frankfurter Messegelände zu präsentieren. Es war das fünfte Jahr der Eurobike in Frankfurt, nachdem sie von Friedrichshafen am Bodensee an den Main umgezogen war.
Weniger Ausstellende, Fachbesuchende und Fahrrad-Fans
„In einem aufgrund wirtschaftlicher, verbandspolitischer und klimatischer Herausforderungen schwierigen Umfeld ziehen diejenigen, die an der Eurobike 2026 teilgenommen haben, eine für viele unerwartet positive Bilanz.“, schreibt der Messe-Veranstalter Fairnamic in seiner Abschluss-Pressemitteilung zur Eurobike 2026. Die Zahlen der Eurobike 2026 zeigen, dass die Messe gerade nicht im Aufwind ist. Im Vorjahr hatten rund 1.500 Aussteller an der Messe teilgenommen, im Jahr 2026 nur noch rund 800 Unternehmen. 15.130 Fachbesucher (2025: 31 270) besuchten die Messe, davon knapp 60 Prozent aus dem Ausland und 8.970 Fahrrad-Fans (2025: 30 420 mit zwei Festivaltagen) nutzen die eineinhalb Tage, an denen die Messe von allen Interessierten zu besuchen war.

Zahlreiches Netzwerken bei Cycle Cafe
Ein positives Fazit der Eurobike 2026 zog Fiona Schröder vom Cycle Cafe Networking Hub, das seinen Sitz im mittelhessischen Staufenberg hat. Die erste Hälfte des Festival Days sei sehr gut besucht gewesen. Insgesamt hätten sich sehr viele Köpfe der Fahrradbranche – Führungskräfte, Entscheider und Gäste – bei ihnen am Stand getroffen, um sich im Messeumfeld auszutauschen. Besonders Aussteller die selbst keine Messestand mehr hatten, hätten das Cycle Cafe Networking Hub für Gespräche genutzt, fasst die Wahl-Mittelhessin Fiona Schröder ihr Fazit der Eurobike 2026 zusammen.
Festival Day von Radsportnachrichten.com-Redakteuren besucht
Die Radsportnachrichten.com-Redakteure Nicolay Giampieri und Stephan Dietel mischten sich am Samstag (27.06.), dem so genannten Festival Day, unter die Besucher, um die Messe aus deren Sicht zu erleben und ihre Eindrücke in einem Kommentar zu schildern.
von Stephan Dietel
Vergesst die Radsportszene nicht
Ich war gespannt, die Messe am Festival Day zu erleben, nach dem ich vier Jahre als Pressevertreter an den Fachbesucher-Tagen dort war. Die Nähe zu Mittelhessen hat uns dabei die Eurobike erst möglich gemacht. Aus terminlichen Gründen konnten wir diesmal nur den Nachmittag des Festival Days nutzen und in der Rolle des ganz gewöhnlichen Besuchers bleiben.
Im Vorjahr war es noch ein Festival-Wochenende aus Samstag und Sonntag. Der Sonntag wurde 2026 gestrichen – dafür konnte man schon am Freitag mit einem Afterwork-Ticket auf die Messe. Von Mittwoch bis Freitagmittag hatte die Messe ausschließlich Fachbesuchern, wie beispielsweise Radhändlern, deren Mitarbeitenden und Medienvertretern offen gestanden.
Als Medienvertreter konnten wir in den Vorjahren auf dem Messegelände parken, was hilfreich ist, um wenig Zeit zu brauchen und schnell berichten zu können. Dass wir den Parkplatz am Festival Day, vier Stunden vor Messeschluss, nicht mehr nutzen durften, half uns dann, noch mehr in die Rolle der Festival-Day-Besucher zu schlüpfen. Und es war ein erster Hinweis darauf, das der Abbau der Messe bereits begonnen hatte.
Zu unseren Probefahrten auf dem Freigelände um kurz nach 14 Uhr, bauten einige Aussteller bereits ab oder hatten ihre Stände sogar schon geschlossen. Auch in den drei Messehallen war erste Aufbruchstimmung zu spüren. Die Strecke der Probefahrten war um 17 Uhr schon zur Hälfte abgebaut. Wir hatten unsere Fahrten in Ruhe absolviert und einen Großteil der Stände in den Hallen besucht, als das Zusammenpacken so richtig Fahrt aufnahm. Nachvollziehbar, dass die Aussteller und ihre Mitarbeitenden am vierten Tag der Messe nach Hause wollen, aber irgendwie auch unfair für alle Besuchenden, die an diesem Tag diese Messe bis 18 Uhr erleben und genießen können sollten.
Im nächsten Jahr ist von den Messeverantwortlichen geplant, die Eurobike vom 1. bis 3 September 2027 auszurichten und ganz auf die Business-Besucher zu fokussieren. Ich fände es mehr als Schade, wenn die Radsportszene, die Kundinnen und Kunden dieser Branche, außen vor bleiben und keine Eintrittsmöglichkeit haben sollen.
Liebe Eurobike-Verantwortliche: Ich drücke die Daumen für die begonnene Transformation. Vergesst dabei bitte die Radsportszene nicht, die Kundinnen und Kunden der Branche. Lasst die Radsportszene das Fahrrad so richtig feiern und gebt allen Interessierten an einem Festival Day freien Eintritt. Und bittet die Aussteller, mit dem Abbauen zu warten.
– Stephan Dietel, Radsportnachrichten.com-Gründer

Redaktioneller Hinweis
Kommentare geben die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.
Für Radsportnachrichten.com-Redakteur und Fotograf Nicolay Giampieri war es der erste Besuch der Eurobike. Als privaten Mountainbiker hatte ihn die Messe werblich bisher noch erreicht – mit seinem Start in der Redaktion von Radsportnachrichten.com wurde sie dann dick im Kalender markiert und zu einem persönlichen Höhepunkt, ganz ohne Vergleiche zu früheren Austragungen. Die Eurobike sorgte bei ihm für begeisterte Eindrücke.
von Nicolay Giampieri
Premiere mit bleibenden Eindrücken aus Technik und Sport
Das erste Mal bei der Frankfurter Messe Eurobike zu sein war für mich ein richtig tolles Erlebnis. Die Vielfältigkeit der einzelnen Radmodelle und das Probefahren waren für mich das Top des Tages. Hierbei hätte ich mir mehr Anbieter europäischer Räder gewünscht.
Die Präsentationen der modernen Radtechnik, von Getrieben und deren Aufbau, haben mich ebenfalls sehr begeistert, weil ich sehr an Technik interessiert bin. Auf der anderen Seite waren Darstellungen von Extrem-Radtouren spannend zu sehen, wie am Beispiel einer Langstreckenfahrt, bei der in sieben Tagen 3.826 Kilometer gefahren worden sind und das original Rad dieser Fahrt zu sehen, hat mich beeindruckt. Ein Beispiel-Einkaufswagen mit den Lebensmitteln, die dem Sportler auf seiner Fahrt die verbrannten 75.000 Kalorien zurückgaben, waren auf der Messe aufgebaut – faszinierend.
Ich freue mich schon auf die nächste Eurobike Messe im nächsten Jahr.
– Nicolay Giampieri, Radsportnachrichten.com-Redakteur

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Als begeisterter Radsportler und Fotograf war Radsportnachrichten.com-Redakteur Nicolay Giampieri auf der Eurobike voll in seinem Element und hat für die Leserinnen und Leser von Radsportnachrichten.com zum Abschluss der Fahrradmesse eine Fotostrecke erstellt.
Fotostrecke: Fahrradmesse Eurobike 2026
Fotos: Nicolay Giampieri
Bilanz der Eurobike-Verantwortlichen
Philipp Ferger, Geschäftsführer des Veranstalters Fairnamic, resümiert zum Messeschluss: „Die Eurobike 2026 war genau das, was wir gemeinsam mit der Branche erwartet haben: eine Messe der Transformation. Dabei war die Internationalität der Besucher zu zwei Dritteln europäisch, zu einem Drittel außereuropäisch. Die mediale Reichweite der Eurobike in den letzten sieben Tagen ist mit über 440 Millionen mehr als beachtlich. Außerdem stieg die Qualität der Fachbesucher deutlich auf 71 Prozent Führungskräfte im Vergleich zu 2025 (58 %). Das gesamte Team und ich werden jetzt die kommenden Wochen nutzen, um an unserer Vision 2027, das heißt, klarer internationaler B2B-Fokus, kürzere Messedauer und den Umzug in den anderen Geländeteil, weiterzuarbeiten. Unser Profil werden wir noch deutlicher schärfen müssen. Dazu kam wertvoller Input von Kundenseite und aus unserem Beirat.“
Der neue Show Director, Matthias Pietsch, blickt ambitioniert in die Zukunft: „Die vielen Gespräche während der Eurobike haben gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, die Zukunft der Leitmesse gemeinsam weiterzuentwickeln. Dieses Feedback werden wir jetzt sorgfältig auswerten und für 2027 den geschäftlichen Nutzen für unsere Aussteller und Besucher noch stärker in den Mittelpunkt stellen. Jetzt geht es auch darum, führende Marken wieder nach Frankfurt zurückzuholen.“


