DAUTPHE – Nach einem Jahr Pause hat der Dautpher Pfingstpreis der RSG Buchenau wieder stattgefunden. Bei der Vorbereitung gab es drei nicht zu erwartende Herausforderungen für den Ausrichter, für die Aktiven am Renntag sommerliche Temperaturen und für die Bevölkerung an dem 850 Meter langen Rundkurs Radrennsport vor der eigenen Haustür.
Im Vorjahr war der Dautpher Pfingstpreis ausgefallen, weil sich erst kein Termin fand – Hommertshausen feierte an Pfingsten 2025 sein 700-jähriges Bestehen. Bauarbeiten auf der geplanten Rennstrecke machten damals deutlich, dass man auch zu einem anderen Termin die Strecke nicht würde nutzen können.
Also konzentrierte man sich schon früh auf die Vorbereitung der Austragung im Jahr 2026. Was die ausrichtende Radsportgemeinschaft Buchenau dann aber zu tun bekam, stand auf keiner ihrer Checklisten und war trotz ihrer langen Erfahrung als Ausrichterin von sogar zwei Radrennen pro Jahr noch nicht vorgekommen.
Fotostrecke: Dautpher Pfingstpreis der RSG Buchenau 2026 – Teil 1
Fotos: Nicolay Giampieri
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Kurzfristige Jury-Besetzung
Es könnte der um einen Tag vorverlegte Renntermin gewesen sein, der für eine erste – gelinde gesagt – „Überraschung“ bei der Vorbereitung sorgte: Das Rennen fand diesmal an Pfingstsonntag statt – und nicht wie zuvor an Pfingstmontag, an dem es als Traditionsveranstaltung vermutlich auch bei den Mitgliedern der Radrennjury in der Erinnerung verankert war. Jedenfalls zeigte sich in den Tagen vor dem Rennen, dass der Großteil der Jury-Mitglieder beim diesmal zeitgleich stattfindenden Bundesliga-Radrennen in Karbach eingeplant war. Ohne Jury würde man den Renntag nicht durchführen können. Es fand sich kurzfristig eine Lösung innerhalb der Vereinsgemeinschaft.
Ölspur auf der Strecke, keine Kühlung am Bierpilz
Die Bevölkerung entlang der Rennstrecke hatte das Rennen an Pfingstsonntag aber auf jeden Fall terminlich im Blick – und auch im wörtlichen Sinn, denn schon früh wurden die besten Plätze zum Zuschauen entlang der 850 Meter langen Runde durch Dautphe bezogen. Losgehen konnte es aber noch nicht: Über Nacht war eine Ölspur auf der Lindenstraße aufgetaucht, die mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr und einer Menge Streumittel noch unschädlich gemacht werden musste. Dass dann auch noch die Kühlung am Bierpilz streikte, dürfte der RSG Buchenau den Puls dieser damit schon besonderen Austragung zwar weiter hochgehalten haben. Aber auch diese Aufgabe wurde mit viel Erfahrung gemeistert und dürfte, wie alles zuvor, für künftige Austragungen auf eine der Checklisten ergänzt worden sein.

Konrad Bamberger und Niklas Jung auf U11-Podium
Bei kühlen Getränken konnte Dautphe dann in dieses neue Jahr des Dautpher Pfingstpreises erleben, der mit sommerlichen Temperaturen um die 30-Grad-Marke in die Geschichtsbücher einging. Ihren Teil zur Geschichte dieser Austragung konnten gleich zu Beginn des heißen Renntages Konrad Bamberger (RSG Buchenau) und Niklas Jung (RSV Marburg) beitragen, die sich hinter Sieger Florian Enseleit aus der Radsportabteilung von Eintracht Frankfurt die Plätze zwei und drei der Schüler U11 sicherten. Bei den Schülern U13 gewann Leo Degenkolb (RV Sossenheim), Sohn von Radprofi John Degenkolb, der mit seiner Frau Laura Degenkolb schon das Auftaktrennen der RSG Buchenau in Breidenbach besucht hatte. Bei den Schülern U15 gewann Jordan Bernhardt (RV Sossenheim).
Undurchsichtiges Finale für Masters 3 und 4
Ein etwas undurchsichtiges Finale hatte das gemeinsame Rennen der Masters 3 und 4, die mit der Jugend U17 fuhren. Für die Zuschauenden an der Rennstrecke, mit Start und Ziel auf der Hauptstraße zwischen Bürgerhaus und Parkanlage gab es damit ein hohes Renntempo bei steigenden Temperaturen und auch die Aktiven konnten die Strapazen des Rundkurses nicht verbergen. Neben zahlreichen Richtungswechseln und einer Geschwindigkeit raubenden Senke hat der auch einige Höhenmeter pro Runde zu bieten. Nach 44 Runden sicherte sich Viktor Slavik von der Melsunger TG den Sieg der Masters 4 vor Mario Voland vom Dresdner SC 1898 und Thomas Marlon vom RSV Düren. Ebenfalls nach Nordhessen ging der Sieg der Masters 3 durch Axel Hauschke (Melsunger TG) nach 50 Runden, Dieter Schwan vom RV Kirrlach und Hessenmeister Adam Waniek. Der Lahnauer Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck und der Bad Endbacher Bernd Pfeiffer von SRS Altenkirchen landeten in den Wirren um den Schlussspurt ihrer Altersklasse auf den Plätzen vier und fünf. Eine klare Sache war hingegen der Sieg von Eddy Schiwek vom RSV Erzgebirge, der nach 54 Runden mit zwei Runden Vorsprung vor Lars Borsig vom RSV Sossenheim und mit fünf Runden Vorsprung vor dem drittplatzierten Fabian Breuer von der RSG Frankfurt den Tagessieg der Jugend U17 holte. Adrian Möller von der RSG Buchenau wurde Vierter. Im Park an der Start- und Zielgeraden durfte Schiwek damit eine der begehrten, selbst gefertigten Siegertrophäen der RSG Buchenau mitnehmen und den Applaus der immer mehr gewordenen Zuschauenden genießen. Die waren zum Großteil für das Fette-Reife-Rennen der Kinder ohne Rennlizenz gekommen, die erste Schritte im Radrennsport machen und die Rennatmosphäre kennenlernen konnten und dafür ihre erste Medaille bekamen.
Fotostrecke: Dautpher Pfingstpreis der RSG Buchenau 2026 – Teil 2
Fotos: Nicolay Giampieri
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Viel Applaus an Start und Ziel, aber auch auf den zur Mittagszeit bezogenen Plätzen in Einfahrten, auf Terrassen und Balkonen gab es zum Rennen für Jedermann und Jederfrau. Und es wurden nicht nur die vorne fahrenden mit Beifall bedacht, sondern alle, die sich der Herausforderung des Dautpher Pfingstpreises bei sommerlicher Hitze stellten. Wer wollte konnte sogar die Erfrischung aus dem zur Rennstrecke gerichteten Gartenschlauch in Anspruch nehmen. Linda Kaierleber und Sabine Landgraf von der Gravelbande Marburg machten davon gerne Gebrauch – kämpften sie sich doch als Duo durch das anspruchsvolle Rennen, die Kurven und den Anstieg im Rotesteinweg und auf die Plätze zwei und drei der Jederfrauen, während weiter vorne Daniela Teske vom Verein Triathlon Wetterau Friedberg quasi einen Start-Ziel-Sieg feierte. Sie fuhr das Rennen ähnlich offensiv von vorne, wie Felix Riedl von Gruppetto Frankfurt, der nach 45 Runden und 1:07:03,5 Stunde Renndauer als Tagessieger die Hände zum sonnigen Himmel strecken konnte. 1,7 Sekunden dahinter freute sich Florian Hennemann von der RSG Buchenau über Platz zwei der Altersklasse bis 40 Jahre, vor Constantin Weissenberger. In der Klasse ab 41 Jahre gewann Tobias Schütz vom Mobil Krankenkasse Cyclingteam vor Lokalmatador Rene Chambre und Sven Hergenhahn vom VC Frankfurt.

Punktesprints um Platzierungen der Männer
In der Zahl der Zuschauenden hatte der Renntag seinen Höhepunkt damit erreicht – bei den sportlichen Strapazen aber noch vor sich. 85 Runden und damit 72,3 Kilometer Renndistanz waren ein hartes Stück Arbeit zum Sprung auf das Podium. Obendrein sollten die Platzierungen der Männer Amateure und Elite-Amateure nicht in der Reihenfolge des Zieleinlaufs ermittelt werden, sondern durch Punktesprints, die alle zehn Runden erfolgten.
Mit 26 Fahrern war es ein eher kleines Fahrerfeld, dass nicht beim Bundesliga-Rennen in Karbach oder dem dem Ruf zum großen Rennwochenende in Köln-Longerich folgte, sondern lieber in der Region startete oder lange Autofahrten vermeiden wollte. Einer derer war Stefan Wahner von der RSG Gießen und Wieseck, der für das AVIA racing team p/b M. Schulte Söhne fährt. Trotz sommerlicher Hitze fuhr er taktisch cool und schob sich zum Finale der Punktesprints noch so weit nach vorne, dass er in der Wertung der Amateure vor dem Dino Moll und Nicolas Metz vom RSV Sturmvogel Bad Neuenahr-Ahrweiler gewann. Ihr Teamkollege Benedikt Bauer hatte von Beginn an mit offensiver Fahrweise gezeigt, dass er dieses Rennen gewinnen wollte. Nach 2:03:24,4 Stunden gewann Bauer vor dem Duo Martin Lemme und Edouard Brocheny vom Team Superciao und verteidigte mit dickem Punktepolster seinen Sieg aus dem Jahr 2024 in ebenso souveräner Manier. Achtbar waren aber auch beispielsweise die Plätze neun und elf von Daniel Schulz-Thomé und Pierre Happel, ebenso wie der Start von Lukas Arzt, die neben der Ausrichtung des Rennens mit ihrer Rennteilnahme die heimischen Fahnen hochhielten.
Alles Ergebnisse vom Dautpher Pfingstpreis der RSG Buchenau 2026 gibt es hier.


