Bunter Zug für Verkehrswende zog durch Gießen

GIESSEN – Gemeinsam unterwegs für maximale Aufmerksamkeit: Bei Gießens erster Fahrrademo „Kidical Mass“ wurde dem Radfahren in der Stadt und der innerstädtischen Mobilität eine bunte und deutlich wahrnehmbare Plattform geboten.

Für Gießens erste Kidical Mass, eine Fahrraddemo mit Kindern, wurden die inneren beiden Spuren des Anlagenrings als Fahrradstraße eingefordert. Mitarbeiter der Ordnungspolizei gaben der angemeldeten Fahrrad-Demonstration Geleit.

Rund Einhundert junge und auch ältere Radler kamen zusammen, um trotz schönstem Badewetter und parallel stattfindender Veranstaltungen für Familien, auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Am Uni-Hauptgebäude eröffnete Anette Wasseroth die Kundgebung mit dem Verweis auf fehlende Zebrastreifen in der Stadt, zum Beispiel am Waldkindergarten Rocky Hill und an der Liebigschule, wo auch für die über 1.000 Schüler keine Radwege zu finden sind.

Mit einem an die Kleinen angepassten Tempo und Fahrrad-Protestliedern ging es dann auf den Anlagenring. Auf Höhe der Goethestraße folgte ein Stopp mit der über Lautsprecher ausgerufenen Frage, wie es denn nun stehe um die seit Jahren von Verkehrsexperten empfohlene Umwidmung dieser Straße zur Fahrradstraße. Den Veranstaltern blieb nur, aus dem Rathaus auszurichten, Bürgermeister Peter Neidel wolle hierzu und zu weiteren Maßnahmen für den Gießener Radverkehr bei einer Veranstaltung im Rathaus berichten zu der er für Dienstag (27.08.) um 19 Uhr, in den Hermann-Levi-Saal des Rathauses einlade.

Bunter Zug für Verkehrswende zog durch Gießen Bunter Zug für Verkehrswende zog durch Gießen
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Fotos: Elke Jandrasits

Gegenüber dem Gebäude der Göthegrundschule bedauerte Stadtschülersprecher Stergios Svolos, dass seine Eltern ihn selbst lange Zeit mit dem Auto zur Schule brachten – ein so genanntes Eltern-Taxi. Später habe er sich entschlossen, fast alle Wege per Rad zu fahren. Leidenschaftlich warb er für ein Umdenken in der Breite, dass bald alle Gießener Verantwortung übernähmen. Stadtradel-Star Matthias Matzen stellte klar, dass zwar der Bahndammdurchstich als Förderung des Radverkehrs gepriesen werde, eine Einbindung in ein Radwegenetz aber fehle. Zudem habe das Aufkommen an Autos in der Bootshausstraße seitdem deutlich zugenommen.

Ausklang bei Picknick

Vor dem gemütlichen Ausklingen mit Spielangeboten, Musik, Fahrradkino und Mitbring-Picknick am Schwanenteich ging es in der Molktestraße noch einmal um Grundsätzliches: „Für eine gelingende Verkehrswende brauchen wir zu einem Netz aus Fahrradstraßen auch eine Regio-Tram und den Nulltarif. Wenn dann viele umsteigen, wird es für die verbleibenden nötigen Autos auch wieder flüssiger,“ meinte Fusl von der Initiative ALLrad. Auch der BUND, der Weltladen, der Verkehrsclub Deutschland, Lebenswertes Gießen mit der Kampagne 2035null, Greenpeace und der ADFC unterstützten an diesem Tag die Kidical Mass.

Kidical Mass ist eine Wortkombination aus dem englischen Wort „kids“ (Kinder) und „Critical Mass“ (kritische Masse). Critical Mass ist eine weit verbreitete Aktionsform, bei der Radelnde meist monatlich als Verbund durch die Stadt fahren um auf das Radfahren als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen.

(pm | Titelfoto: Elke Jandrasits)

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Profilfoto Stephan Dietel Radsportnachrichten
Stephan Dietel
Gründer | Redaktionsleitung | CvD | Ressortleitung Straße | Leitung Multimediaredaktion | sd@radsportnachrichten.com

Er wohnt im Gießener Ortsteil Rödgen und legte im Jahr 2001 mit Erlebnisberichten über selbst gefahrene Radrennen den Grundstein. Mit großem Interesse am Radsport und am Journalismus entwickelt er mit seinem Team die Radsportnachrichten aus Mittelhessen immer weiter.

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