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Drei Fragen an: Marian Kopfer

REDAKTION – In unserem neuen Format „Drei Fragen an:“ befragen wir für euch Personen und Unternehmen, Vereine und Veranstalter der mittelhessischen Radsportszene. Mit Marian Kopfer stellen wir euch den ersten Mountainbiker vor.

Marian Kopfer, geboren 1985, lebt in Mittenaar und arbeitet als Zweiradmechaniker und selbstständiger Personal Trainer. Seine Rennlizenz bezieht Marian seit vielen Jahren über den TV Haiger. Im Getümmel der Wettkämpfe verhält er sich bevorzugt zurückhaltend – obwohl der Sportwissenschaftler nahezu jeden Mountainbike Marathon der Saison 2019 auf dem Podest besiegelte. Gemeinsam mit Vanessa Schmidt (MSC Salzbödetal) trägt er den Titel des amtierenden Europameisters im 12-Stunden Mountainbiking der 2er-Mixed-Teams. Wer trotz solcher Erfolge keine persönlichen Profile in sozialen Netzwerken besitzt, kann sich unmöglich vor unserer Neugier verpackt in drei Fragen drücken!

Marian, ein Mann Deiner Klasse könnte übersät von Sponsoren sein, doch bestreitest Du Wettkämpfe mehr oder weniger in Eigeninitiative in einem unauffälligen schwarzen Einteiler. Ist das eine Art Markenzeichen von Dir oder ergaben sich bisher keine für Dich passenden Teams oder Sponsoren? 

Vielen Dank für das Kompliment! Das Mountainbiken ist für mich ein Individual-Sport. Dabei möchte ich von keinem Team oder Verein abhängig sein und mir vorschreiben lassen, welche Rennen zu bestreiten sind und eben auch nicht, was ich anzuziehen habe. Seien wir mal ehrlich – bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten Teamkleidungen wirklich gruselig. Bunt gemischt mit allen denkbaren Farbkombinationen und übersät mit Sponsorenwerbung. Da bin ich gerne zurückhaltend und trage meinen dezenten schwarzen Skinsuit. Der in diesem Jahr übrigens noch rote Akzente haben wird, sofern er dann zum Renneinsatz kommen wird.
Ich genieße die Freiheit, was meine Planungen angeht. Die Sponsoren fordern natürlich Gegenleistungen – man gerät in Zugzwang. Da möchte ich mich nicht abhängig machen, zumal ich auch kein Anhänger der sozialen Medien bin und somit gar keine Werbeplattform habe. Den Sport betreibe ich an erster Stelle für mich persönlich. Ein weiterer Aspekt für meine Selbstorganisation ist zudem, dass ich lieber mit dem besten und selbst gekauften Material fahre, als zweite Wahl gestellt zu bekommen.

Auf Deiner Webseite „training-mit-koepfchen.de“ gewährst Du einen kompakten Einblick in Deinen persönlichen Background. Demnach warst Du 2011 bis 2014 als Mechaniker und Supporter in einem MTB Profiteam tätig. Erzähle uns gerne etwas mehr darüber. Welches Team war das und welche Erfahrungen konntest Du, als derzeit selbst aktiver Radsportler, dazu gewinnen?

Während meines Studiums an der Sporthochschule in Köln habe ich drei Jahre lang beim Topeak-Ergon-Racing-Team hospitiert. Dort konnte ich viele Einblicke und Erfahrungen in die Renn- und Trainingsabläufe sammeln, von denen ich bis heute profitiere. Vor allem vom damaligen Teamfahrer Alban Lakata (3-facher MTB Marathon Weltmeister) habe ich viel gelernt. Für mich ist Alban nicht nur ein sportliches Vorbild, sondern auch menschlich. Meine Zeit beim Profiteam hat mir viele Einsichten in die Strukturen hinter den Kulissen eines Rennstalles gewährt. Dabei ist mir klar geworden, dass das reine Training das Eine ist, aber viel wichtiger für den Erfolg ist die persönliche Einstellung dazu. Auch da war Alban ein Mentor für mich. Viele kleine Stellschrauben inner- und außerhalb des Trainings führten letztlich zum Erfolg. Dazu gehören die Ernährung, das Umfeld und die Erholung. Dies gebe ich nun selbst als Trainer an meine Kunden weiter.

Der Start der Saison 2020 ist bedingt der akuten Corona-Pandemie äußerst ungewiss. Niemand kann absehen wann und wo der nächste Wettkampf stattfinden wird. Wie gehst Du mit der Situation um?

Natürlich hat die Corona-Krise auch meine Rennplanung durcheinander gebracht. Dennoch ergeben sich für meine derzeitige Trainingsgestaltung noch keine großen Veränderungen. Die bisher abgesagten Wettkämpfe plane ich durch Leistungstests, Rennsimulationen oder Strava-Segment-Jagden zu ersetzen, damit die Form nicht einfach so verpufft. Mein erster Peak war ursprünglich für die Deutsche Meisterschaft Ende April geplant. Deswegen ist die Form nun in diesem Jahr auch schon viel früher viel besser, als in den Vorjahren. Meine derzeitige Form hingegen bis in den Sommer zu halten, wäre zu lang. Deswegen folgt nach einer ruhigeren Phase ein Neuaufbau, der dann hoffentlich in Wettkämpfen im (Spät-)Sommer mündet. Ich mag die Wettkämpfe und das Messen mit anderen Sportlern. Dennoch trainiere ich nicht nur für die Rennen.
Meine persönlichen Ziele sind unabhängig von Wettkampfergebnissen: Ich möchte fit und gesund bleiben, eine bestimmte Schwellenleistung schaffen und einfach eine gute Zeit auf dem Rad genießen.

(Text: mst | Archivfoto: Stephan Dietel)

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