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Zehn zum Zehnten (37): Ziele in Mittelhessen

REDAKTION – „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, wusste schon Goethe. Wir wissen da auch etwas und nennen euch in unserem Format „Zehn zum Zehnten“ zehn Ziele zum Radfahren in Mittelhessen und deren Besonderheiten.

In unserem Format „Zehn zum Zehnten“ liefern wir zehn Ziele in Mittelhessen, die mit dem Fahrrad anzusteuern sind. Fünf für Mountainbiker und fünf für Straßenfahrer. Ganz Fleißige fahren als Challenge alles am Stück oder über ein paar Tage direkt hintereinander. Ideal für die Feierabend-Runde, das tägliche Training, den Trip am Wochenende oder für die freien Tage am Osterfest. In der aktuellen Coronavirus-Situation aber bitte stets alleine und mit ausreichend Abstand zu Anderen.

1. Lollarer Kopf

Viele haben ihm sicherlich schon einmal einen Blick gewidmet, wenn sie mit dem Auto auf der A485/B3a zwischen Gießen-Wieseck und Staufenberg unterwegs waren. Der Lollarer Kopf ist auf den ersten Blick eine unscheinbare Erhebung. Seine steil abfallende, auf einen ehemaligen Steinbruch zurückgehende Nord-Ost-Flanke bietet Radsportlern besondere fahrerische Reize – bergauf wie bergab. Auch ein Techniktraining lässt sich hier gut in die Ausfahrt einbauen, bevor es über das Waldgebiet am Hangelstein zurück nach Gießen-Wieseck geht, oder über Lollar in den Krofdorfer Forst, durch den man auch unser zweites Ziel erreicht.

2. Dünsberg

Mittelhessens Hausberg, über viele Kilometer und aus allen Richtungen zu sehen: Der 498 Meter hohe Dünsberg kann als Klassiker für viele Outdoorsportler gesehen werden. Gerade deshalb gilt es hier ganz besonders auf ein faires Miteinander aller Waldnutzer zu achten und auf den vorgegeben Wegen zu bleiben. Die Gemeinde Biebertal hat begonnen, spezielle Wege für Mountainbiker zu kennzeichnen. Unrühmliche Bekanntheit erlangte der Dünsberg im Januar diesen Jahres, als dort gespannte Drähte auf von Mountainbikern genutzten Wegen gefunden wurden (wir berichteten). Nach der Abfahrt lockt schon ein drittes Ziel, das garnicht so weit entfernt ist.

3. Königsstuhl

Der Königsstuhl ist eine 348 Meter hohe Erhebung bei Atzbach in der Gemeinde Lahnau. Die markante Felsformation aus Basaltgestein, die ihm seinen Namen verlieh, ist gar nicht so leicht zu finden. Über die Landesstraße L3286 zwischen Rodheim-Bieber und Waldgirmes erreicht man an der Gemeindegrenze zu Lahnau am Waldrand das Forsthaus Haina, gegenüber findet man einen Hühnerhof. Von dort aus führt ein rund zwei Kilometer langer Waldweg in südöstlicher Richtung zum Königsstuhl hinauf.

4. Flowtrail Bad Endbach

Schmale Pfade, Anlieger, kleine und große Sprünge, Drops und Gaps, Steinfelder, Wurzeltrails, über 120 Meter Northshore Brücken und Pumptrack Elemente, zwei Kilometer Abfahrt und zehn Kilometer Rundweg bietet der der Flowtrail Bad Endbach wenn er geöffnet hat. Als öffentliche Sportanlage der Gemeinde Bad Endbach ist er aber derzeit wegen der Coronavirus-Situation geschlossen. Rein als Fahrtziel kann er aber trotzdem dienen, denn das ihn umgebende Lahn-Dill-Bergland ist immer ein Fahrt wert – mit topografischen Reizen für Körper und Geist.

5. Freeridestrecke Schiffenberg

Anfang März eröffnet, derzeit leider geschlossen. Die Freeride-Strecke am Schiffenberg bei Gießen wurde von vielen fleißigen Helfern der RSG Gießen und Wieseck aus dem Winterschlaf geholt (wir berichteten) und die neu präparierte Strecke schürt Vorfreude auf ihre Wiederoffnung. Bis dahin kann man sich mit Fahrten über den Schiffenberg sehr gut in Form halten.

6. Lahn-Berge Marburg

Hinfahren und erkunden heißt es bei diesem Ziel. Die Lahnberge bei Marburg erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung insgesamt über 16 Kilometer, sind in Ost-West-Richtung zwischen zwei und drei Kilometer breit und ragen bis zu 380 Meter in die Höhe. Ein Eldorado für Mountainbiker, aber auch Straßenfahrer kommen auf ihre Kosten, wenn sie die Lahnberge von Marburg in Richtung Kirchhain oder am Uniklinikum vorbei überqueren.

7. Driedorf

Hier geht es ganz an den Rand Mittelhessens und hoch hinaus: Driedorf, auf einer Hochfläche im hohen Westerwald gelegen, liegt auf einer Höhe von 416 bis 643 Meter und ist der westlichste Punkt des Lahn-Dill-Kreises. Von Herborn über die Bundesstraße B255 kommend können hier sehr gut Höhenmeter mit dem Straßenrad gesammelt werden.

8. Sackpfeife

Für Straßenfahrer im Lahn-Dill-Bergland ein Ziel, dass man im wörtlichen Sinne erfahren sollte: Die 673 Meter hohe Sackpfeife gehört zum Südteil des Rothaargebirges und liegt an der Grenze der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg (Norden). Sie war häufig Austragungsort für das Straßenrad-Bergzeitfahren der Radsportgemeinschaft Buchenau und überragt die umliegenden Berge deutlich. Den Einstieg zur Sackpfeife nimmt man über die Bundesstraße B253 zwischen Biedenkopf und dem Ortsteil Ludwigshütte. Unser Tipp für die Abfahrt: Über die Landesstraße L3091 in Richtung Wetter (Hessen) fahren und über zehn Kilometer stetig bergab genießen oder die Tempohatz noch ein wenig befeuern.

9. Bottenhorn

Das darf für Straßenfahrer in Mittelhessen nicht fehlen: Der Ortsteil Bottenhorn in der Gemeinde Bad Endbach im Gladenbacher Bergland. Mit 485 Metern am höchsten Punkt des Ortskerns ist Bottenhorn neben Hülshof die zweithöchstgelegene Ortschaft im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Über die Landesstraße L 3040 erreicht man das eigentliche Ziel der Fahrt: Die Bottenhorner Hochfläche, ein Plateau zwischen 552 Metern am Daubhaus nördlich von Gladenbach bis zum Nordrand des Schelder Waldes (Angelburg) auf 609 Metern Höhe gelegen und über 50 km² groß. Nicht selten bläst hier dem Straßenradsportler ein strammer Wind entgegen, dem man sich auf dem Plateau auch kaum entziehen kann.

10. Zuhause

„Zuhause ist es doch am immer Schönsten“. Zu Zeiten des Coronavirus auf jeden Fall am sichersten. Auf dem Rollenergometer lassen sich auch hier gut Kilometer abspulen, wenn das Wetter nicht mitspielt, oder man sich wegen der Corona-Situation besser online zum Radfahren mit Freunden trifft. Die Online-Plattform Zwift und die Gemany Cycling Academy (www.germancyclingacademy.de) bieten dafür den technischen Rahmen. Und mitunter lassen sich hier auch Freunde und Bekannte aus der mittelhessischen Radsportszene treffen.

(Text: sd | Archivfoto: Stephan Dietel)

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