Feldbergkönige aus Gießen

FELDBERG/TAUNUS – Erklimme in 25 Stunden alle fünf Hauptanstiege auf den Großen Feldberg und Du erlangst den Titel des Feldbergkönigs. Die beiden Gießener Max Schmid-Kreuzer und Marvin Steiner dürfen sich die Krone bereits aufsetzen.

Kettenhunde Feldbergkönig ist eine neue Challenge für Radfahrer*innen, die am 1. April von einer im Taunus ansässigen Radsportgruppe (Kettenhunde) eröffnet wurde. Um sich zum König oder zur Königin zu ernennen, sind alle fünf Hauptanstiege auf den Großen Feldberg im Taunus zu meistern – hintereinander in 25 Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos und jederzeit für Jedermann möglich. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Aufzeichnung der Fahrten mittels GPS. Die Überprüfung der Daten erfolgt durch die Kettenhunde. Dafür ist lediglich eine E-Mail mit GPX-Track einzureichen. Im Anschluss daran wird euer Name online auf der Wall of Fame verewigt. Die sportliche Leistung wird auf Wunsch mit einer Finisher Urkunde belohnt. Die Webseite mit allen Informationen findet ihr hier.

Streckenfindung

Für die Challenge wurden insgesamt fünf Anstiege festgelegt, die über öffentliche Verkehrsstraßen führen. Die jeweiligen Startpunkte sind in Oberursel, Königstein, Niedernhausen, Esch und Schmitten auf der Straße markiert bzw. aufgesprüht. Auf der Internetseite der Kettenhunde Feldbergkönig stehen alle Strecken als GPS-Track zum Download bereit. Für den Start der Gipfelstürme besteht keine vorgegebene Reihenfolge.

Gehört, gemacht, geschafft!

Die beiden Gießener Max Schmid-Kreuzer und Marvin Steiner dürfen sich bereits die Krone der Feldbergkönige aufsetzen. Sie zögerten nicht lange, packten ihre Räder ins Auto und fuhren los. Innerhalb von sieben Stunden waren alle Anstiege inklusive Abfahrten, sowie kurzen Pausen erledigt. 

Max Schmid-Kreuzer sitzt seit wenigen Monaten im Rennradsattel. Der Quereinsteiger aus dem Gießener Stadtteil Allendorf begann unmittelbar mit Langstreckenfahrten, die ihm erstaunlich gut gelingen. Alles rund um’s Rad zählt mittlerweile zu seiner Leidenschaft. Nachdem er im Strava-Profil eines Kollegen aus Frankfurt ein Foto der Challenge Kettenhunde Feldbergkönig entdeckte, musste das umgehend ausprobiert werden. Verstärkung für das Spektakel gab es von seinem Gießener Extrem-Radfahrkollegen Marvin Steiner (RSG Gießen und Wieseck), der in der Szene der anonymen Langstreckenfahrer ebenfalls stark vertreten ist. Dass die Touren der beiden Pedalritter oftmals ausarten, zeigen Schlachten wie beispielsweise im Juli 2020 von Weil am Rhein bis Gießen. In einem Trio mit Oliver Harsy (RVG Rockenberg) und zwei Betreuerinnen ritten sie ihre Straßenmaschinen über 400 Kilometer in einem Schnitt von rund 30 km/h über den brennenden Asphalt. Ein Tag, der um 3:15 Uhr begann. Bei solchen Leistungen ist es durchaus möglich, mal eben die fünf Anstiege auf den Feldberg zu bewältigen. ,,Vorbereitet haben wir uns nicht. Wir sind ja fit! Wenn man problemlos 2.000 Höhenmeter fahren kann, packt man den Feldbergkönig bedenkenlos. Zu Beginn piano bleiben um sich Reserven für das Ende vorzubehalten“, erklärt Max Schmid-Kreuzer die Vorgehensweise für den Feldbergkönig.

Feldbergkönige aus Gießen
Marvin Steiner im Streckenabschnitt aus Esch. Foto: Max Schmid-Kreuzer

Das Auto stellten die beiden am Sandplacken ab. Ein Anfängerfehler, wie es uns Max erklärte: ,,Das nächste Mal besser auf einem der oberen Parkplätze an der Westabfahrt des Feldberges, weil man dort öfters vorbei kommt. Dadurch lassen sich mittags Jacke, Armlinge und weitere Utensilien ablegen“. Zunächst vom Sandplacken hinunter zur Hohemark gerollt, begann die Challenge mit Start in Oberursel. Es folgten Esch, Schmitten, Niedernhausen und zu guter Letzt der Anstieg aus Königstein. Sowohl Max, als auch Marvin, kannten zuvor lediglich die Anstiege aus Richtung Frankfurt und Schmitten. ,,Die Strecken aus Niedernhausen und Esch sind wunderbar abwechslungsreich – wie aus dem Bilderbuch“, schwärmte Marvin über seine neuen Erfahrungen rund um Hessens zweithöchste Erhebung. Die Fahrt aus Esch erweckte bei Max sogar ein wenig Urlaubsfeeling. Da störte am Ende auch keine ungewöhnlich hohe Dichte an Strapazen wie Kettenfresser zwischen Kurbel und Tretlager, ein krummes Schaltauge, ein Brillenflug, das unvorteilhaft geparkte Auto, sowie zu wenig Zeit für Radler und Pommes. Im jüngsten Rückblick ließ uns Marvin wissen: ,,Wir konnten uns den Spaß an der Sache stets bewahren und sind uns einig, wie wichtig es ist autark in Sachen Reparatur und Technik zu sein. Sobald die Temperaturen etwas milder werden, wiederholen wir die Aktion“.

Die Auswertung für das Auf- und Abfahren aller fünf Strecken, ohne Abfahrt Oberursel, ergab eine Distanz von 117 Kilometern und 3.100 Höhenmetern. Dafür benötigten Max und Marvin beachtliche 5:20 Stunden Fahrtzeit. Eine Leistung, für die sogar ein gesondertes Lob der Kettenhunde folgte.

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Wohnt in Gießen, treibt seit dem Jahr 2018 das Ressort Mountainbike voran und ist Erfinder und Leiter des Formats "Wohin am Wochenende". Als Stv. Redaktionsleiter ist er eine Säule der Redaktion und zählt zum Inventar. Seine Wurzeln liegen im XC-Sport und führten durch mehrere Stationen. Der noch immer aktive Ausdauersportler ist keineswegs festgefahren. In unserer Redaktion stürzt er sich voller Begeisterung in die Welt des Radsports.

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