Neue Ära für die Tour der Hoffnung

LICH – Die zurückliegenden Wochen haben die Verantwortlichen der Tour der Hoffnung auf eine harte Probe gestellt. Die diesjährige Tour ins Rollen zu bringen, war eine emotionale und organisatorische Herausforderung. Am 4. Februar tat sich im Team eine Lücke auf, mit der viele erst einmal umgehen lernen mussten.

Sie sind geübt darin, Menschen zu helfen, wenn diese etwas schweres zu meistern haben. Sie setzen sich für krebs- und leukämiekranke Kinder und deren Familien ein und helfen bei vielen körperlichen und menschlichen Herausforderungen. Auch mit dem Tod werden sie dabei immer wieder konfrontiert.

In diesem Jahr hat die Tour der Hoffnung selbst eine große Aufgabe zu meistern. Am 4. Februar diesen Jahres ist Gerhard Becker verstorben. Er stand über 30 Jahre im Zentrum der Tour der Hoffnung, hatte die organisatorischen Zügel der Tour in der Hand und führte sie mit Professionalität, Fingerspitzengefühl, einem großen Netzwerk und ganz viel Menschlichkeit. Sein Tod schockte die Tour-Familie und hinterlässt eine große Lücke, die in vielen Aspekten spürbar ist. Denn die Vorbereitungen für die diesjährige Tour hatten bereits angefangen, als von einem auf den anderen Tag für die Tour der Hoffnung so vieles anders wurde.

YouTube-Video | 06:09 Minuten: Vorstellung Tour der Hoffnung 2022 | Grafik: Jan Heilenz, Bericht: Stephan Dietel.
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Konzentration auf Basis-Merkmale

In die großen Fußstapfen zu treten, die ihr „Chef“ zuvor Jahrzehnte lang ausgefüllt hat, haben sich die Macherinnen und Macher der Tour der Hoffnung zum Ziel gesetzt, Das sie ihn und seine Handschrift in der Organisation der Tour der Hoffnung nicht ersetzen können, ist allen klar. Doch sie wollen die Tour der Hoffnung in allen wesentlichen Merkmalen weiterführen. Das dabei einiges anders wird, ist den Menschen hinter der Tour in den zurückliegenden Woche immer wieder bewusst geworden. Doch sie haben viel geschafft und scheinen gut aufgestellt für den neuen Abschnitt nach der Ära Gerhard Becker.

Angepasstes Logo

Manches ist neu und fällt im ersten Moment gar nicht auf: Die Tour der Hoffnung hat ihr Logo überarbeitet, mit Feingefühl und der Konzentration aus das Wesentliche, was fortan für viele Bereiche der Tour gelten soll. Die Radfahrenden im angepassten Logo tragen jetzt grüne Trikots und gelbe Helmüberzieher. Beides ist inzwischen ein Erkennungszeichen der Tour der Hoffnung geworden und findet sich deshalb auch in ihrem Logo wieder.

Verein gegründet

Größte Neuerung ist, dass die Tour der Hoffnung selbst jetzt ein Verein ist. Zuvor war man in einen Motorsportverein integriert, der die Tour alleine aber nicht fortführen konnte. Der neue Verein, Tour der Hoffnung e.V., dient der Durchführung der traditionellen mehrtägigen Radtour. die zu den größten, privat organisierten Benefiz-Radtouren in Deutschland zählt. Sie soll schon im August diesen Jahres wieder anrollen. Karsten Koch und Dr. Mathias Rinn, die neuen Organisationsleiter der Tour, sind die Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins. Dr. Mathias Rinn gab bei der Vorstellung des diesjährigen Planung einen Einblick in die bereits geleistete Arbeit und die noch vor ihnen liegenden Aufgaben, die alle Vereinsmitglieder neben ihren eigentlichen beruflichen Tätigkeiten leisten. Viele Herausforderungen wurden rund um die Vereinsgründung in den zurückliegenden Wochen gemeistert, oder konnten teilweise erst durch die Gründung bewältigt werden. Die Tour der Hoffnung 2022 steht planerisch schon in den Startlöchern.

Touren 1990 – 2021

1990 Gießen – Ulrichstein – Schlitz – Erfurt, 180 km
1991 Gießen – Belarus – Brest – Pinsk – Minsk, 550 km
1992 Gießen – Schlitz – Gotha – Erfurt, 303 km
1993 Gießen – Wolfratshausen – Bad Tölz, 244 km
1994 Gießen – Koblenz – Bad Neuenahr – Köln, 277 km
1995 Gießen – Berlin – Rostock, 250 km
1995 Gießen – Amman – Petra – Eilat – Enbokek – Jerusalem, 730 km
1996 Gießen – Melsungen – Dresden – Weimar – Eisenach, 332 km
1997 Gießen – Kassel – Hildesheim – Magdeburg – Schierke, 367 km
1998 Gießen – Trier – Bad Neuenahr-Ahrweiler, 313 km
1999 Gießen – Siegen – Kreuztal – Gevelsberg – Bochum, 249 km
2000 Gießen – Berlin – Leipzig – Hannover, 311 km
2001 Gießen – Frankfurt – Darmstadt – Eberbach – Mainz, 302 km
2002 Gießen – Bergisch Gladbach – Krefeld – Aachen, 322 km
2003 Gießen – Offenburg – Münstertal – Rheinfelden, 331 km
2004 Gießen – Kassel – Hagen – Münster, 359 km
2005 Gießen – Würzburg – Tauberbischofsheim – Nussloch, 355 km
2006 Gießen – Berlin – Potsdam – Dresden, 277 km
2007 Gießen – Köln – Neuwied – Bad Neuenahr – Linz, 273 km
2008 Gießen – Melsungen – Hildesheim – Winsen – Hamburg, 319 km
2009 Gießen – Drolshagen – Hagen – Bochum, 322 km
2010 Gießen – Magdeburg – Gotha – Halle (Saale), 358 km
2011 Gießen – München – Bad Aibling – Holzkirchen, 302 km
2012 Gießen – Würzburg – Roth – Bamberg, 270 km
2013 Gießen – Kassel – Northeim – Bad Wildungen, 338 km
2014 Gießen – Altenberg – Radeberg – Dresden, 337 km
2015 Gießen – Rheinau – Strasbourg – Gengenbach, 267 km
2016 Gießen – Bremen – Jever – Oldenburg, 388 km
2017 Gießen – Berlin – Potsdam – Brandenburg, 280 km
2018 Gießen – Marburg – Darmstadt – Heidelberg, 322 km
2019 Gießen – Siegen – Köln – Sankt Augustin 377 km
2020 Gießen – Lollar – Wettenberg – Gießen, 79 km
2021 Gießen – Fronhausen – Lollar – Fernwald, 92 km

Auftakt rund um Gießen

Zum 39. Mal treten vom 11. bis 13. August wieder 160 idealistisch gesinnte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch namhafte Teilnehmende aus Sport, Politik, Management, sowie Ärztinnen und Ärzte kräftig in die Pedale, um Spenden zu sammeln für krebskranke Kinder. Die 254 Kilometer lange Benefiz-Radtour beginnt am Donnerstag, 11. August traditionell mit dem Auftakt in und um Gießen. Man habe immer von einem Prolog gesprochen – dafür sei die erste Ausfahrt mit rund 60 Kilometern aber zu lang, erklärte Karsten Koch, der als 1. Vorsitzender auch die Streckenplanung inne hat. Viele langjährige Unterstützer werden den Radlerinnen und Radlern traditionell bei Stopps unterwegs einen tollen Empfang bereiten.

Durch Süd- und Osthessen

Am nächsten Tag, Freitag, den 12. August, startet der Tross im Frankfurter Stadtteil Rödelheim, macht Station in Höchst, Schwanheim, Niederrad, Gallus, Langen, Weiterstadt, Erzhausen, Wixhausen, Darmstadt und erreicht nach 96 km das Tagesziel in Pfungstadt. Auf tolle Begegnungen mit Kindern und Erwachsenen werden sich die Radfahrenden auch am nächsten Tag, Samstag, den 13. August freuen dürfen. Die Strecke von Bad Hersfeld über Niederaula, Breitenbach, Grebenau, Lauterbach und Schlitz bis nach Fulda auf den Buttermarkt hält nicht nur landschaftlich schöne Abschnitte bereit, sondern sicher auch bewegende Momente bei dem ein oder anderen Stopp. Die Organisatoren hoffen darauf, dass Bürger, Gemeinden, Firmen und Vereine, die die Radler empfangen, das Thema der Tour der Hoffnung zu ihrem Thema gemacht haben und es gelingt, den jeweils etwa 30-minütigen Aufenthalt zu einem „Fest im Zeichen der Hilfe“ zu machen.


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Fotostrecke: Vorstellung Tour der Hoffnung 2022. Fotos: Stephan Dietel


Prominenz und Gratisverlosung

Man strebe nicht nach neuen Spendenrekorden, sondern befinde sich in einem lehrreichen ersten Jahr der Neuorganisation. Man wolle mit allem erst einmal zufrieden sein und sich über das Erreichte freuen, schilderte Schirmherrin Petra Behle, die ehemalige Biathletin, dieser Tage bei der Vorstellung der Tourplanung für dieses Jahr. Einige prominente Teilnehmende haben ihre Unterstützung bereits angekündigt, so zum Beispiel die ehemalige Bahn-Radsportlerin Kristina Vogel, Koch und Fernsehkoch Johann Lafer, der ehemalige Biathlet Erik Lesser, Ex-Boxer Henry Maske und Fernsehmoderator Johannes B. Kerner. Weitere Zusagen stünden noch aus. Seit Jahren feststehend ist der Kapitän des Fahrerfeldes, der aus Gevelsberg stammende mehrfache Querfeldein-Weltmeister Klaus Peter Thaler. Ebenfalls eine lange Tradition hat die Gratisverlosung im Rahmen der Tour der Hoffnung: In den mittelhessischen Lokalzeitungen, in der Gießener Allgemeine, im Gießener Anzeiger und im Sonntag Morgenmagazin erscheinen in den Tagen bis zur Tour regelmäßig Coupons, über die man Spenden und in den Lostopf kommen kann. Im November wird daraus ein Skoda Fabia Neuwagen als Hauptgewinn gezogen. Vom 23. bis 31. Juli kann man selbst eine Tour der Hoffnung fahren. Sie wird als Social-Ride gewertet und ebenfalls belohnt.

Die Tour der Hoffnung 2022 hat also gut Fahrt aufgenommen, auf dem Weg in eine neue Ära. Ab 11. August soll sie zum ersten Mal auf den Straßen rund um Gießen zu sehen sein und viele der Macherinnen und Macher dürften den langjährigen Tour-Chef Gerhard Becker als stillen Begleiter an ihrer Seite fühlen.

Tour der Hoffnung 2022 (11. bis 13. August)

Donnerstag, 11.08.2022
Auftakt
Start / Ziel: SWG Gießen
Stationen: Gießen – Steinbach – Lich – Pohlheim – Gießen – Lollar –
Ruttershausen – Launsbach – Gießen
60,7 km / 227 Höhenmeter

Tour Eröffnungsabend im RINN Ideengarten + Forum Heuchelheim

Freitag, 12.08.2022
Start: Fleming Dental Frankfurt / Ziel: Pfungstadt
Stationen: Frankfurt – Langen – Weiterstadt – Erzhausen – Wixhausen –
Darmstadt – Pfungstadt
96,6 km / 113 Höhenmeter

Tour Abend in Frankfurt

Samstag, 13.08.2022
Start: Bad Hersfeld / Ziel: Fulda
Stationen: Bad Hersfeld – Niederaula – Breitenbach – Grebenau – Lauterbach –
Schlitz – Fulda
96,8 km / 633 Höhenmeter

Tour Allianz Abend in Frankfurt

Weitere Informationen findet ihr auf www.tour-der-hoffnung.de.

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Profilfoto Stephan Dietel Radsportnachrichten
Stephan Dietel
Gründer | Redaktionsleitung | CvD | Ressortleitung Straße | Leitung Multimediaredaktion | sd@radsportnachrichten.com

Er wohnt im Gießener Ortsteil Rödgen und legte im Jahr 2001 mit Erlebnisberichten über selbst gefahrene Radrennen den Grundstein. Mit großem Interesse am Radsport und am Journalismus entwickelt er mit seinem Team die Radsportnachrichten aus Mittelhessen immer weiter.

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