Cyclocross-DM: Titeljagd nach verpatztem Start

RADEVORMWALD – Die Bad Endbacherin Birgit Jüngst-Dauber hat Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft im Cyclocross geholt und ein derart packendes Rennen gefahren, dass es ihre Bronzemedaille gefühlt noch mehr glänzen ließ. Auch bei den männlichen Masters schloss ein Bad Endbacher achtbar ab.

Als Vorjahressiegerin war Birgit Jüngst-Dauber voll auf die Titelverteidigung fokussiert und die diesjährige Strecke in Radevormwald schien dieses Ziel ebenso möglich zu machen.

Strecke passte zu Jüngst-Daubers Ziel

„Die Streckenbesichtigung erzeugte ein breites Grinsen in meinem Gesicht. Genau mein Kurs, viele Höhenmeter und wenig Flachstücke. Einzige Schwierigkeit für mich war der teilweise unberechenbare Boden, wegen der Eisglätte“, schilderte Birgit Jüngst-Dauber. Doch die Bodenbeschaffenheit sollte für alle Starterinnen die gleiche sein. Die Anzahl der Gegnerinnen war aber deutlich größer als im Vorjahr und einige waren zudem deutlich jünger, denn zur Deutschen Meisterschaft der weiblichen Masters waren in diesem Jahr Fahrerinnen schon ab 35 Jahren startberechtigt und dies unabhängig davon, zu welcher Rennklasse ihre Rennlizenz gehörte. „Die Entwicklung bei den Masters Frauen ist wirklich toll – 27 Frauen auf der Meldeliste – einige mehr als bei den Elite-Frauen“, freute sich Jüngst-Dauber. Eine echte Titelverteidigung konnte dieses Rennen damit aber nicht werden, gab die Mittelhessin schon einige Tage zuvor zu bedenken.

Bad Endbacher Bernd Pfeiffer auf Platz sieben

Die Cyclocross-DM in Radevormwald war für weitere Mittelhessen der Höhepunkt ihrer Radcross-Saison. Der Bad Endbacher Bernd Pfeiffer, der für den Verein Sportler ruft Sportler fährt, kam im Rennen der Masters 3 nach 44:43 Minuten achtbar auf Rang sieben. Der Titel in dieser Klasse ging nach 42:18 Minuten an Stefan Danowski vom Harvestehuder RSV / STEVENS Racing Team Master, vor Sven Mehner (42:33 Minuten, Bikestore-Racing / Team Ur-Krostitzer bsBikestore) und Jens Schwedler (42:57, Harvestehuder RSV / STEVENS Racing Team Master). Thomas Hockauf, der mit Lizenz der RSG Gießen und Wieseck im Radcross jetzt für das Sopra Steria CX-Team fährt, kam auf Platz 14. In der nächsten Saison fährt Hockauf in der Mastersklasse 4 und gehört dort dann wieder zu den jüngsten Fahrern.

Ergebnisse

Alle Ergebnisse der Cyclocross-DM findet ihr hier.

Rückstand in Führung verwandelt

Zum Rennen der weiblichen Masters war die drei Kilometer lange Runde trotz Schnees vom Ausrichter in einen sehr guten Zustand versetzt worden und Birgit Jüngst-Dauber nahm als Vorjahressiegerin in der ersten Startreihe Aufstellung. Vielleicht spulte sie innerlich schon die ersten Meter ihres Rennens ab, denn als die Startampel auf Grün sprang, schien sie keinen optimalen Start gehabt zu haben. Sie fuhr mit Verzögerung los und landete erstmal im Mittelfeld. Ihrem Ziel, ein Rennen um den Titel zu fahren, kam sie dann aber rasch wieder näher, denn sie arbeitete sich kontinuierlich nach vorne und konnte nach der ersten Runde sogar die Führung übernehmen.


Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald
Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald
Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald
Podium Frauen Masters bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald Podium Frauen Masters bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald
Podium Frauen Masters bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald Podium Frauen Masters bei der Cyclocross DM 2024 in Radevormwald

Fotostrecke: Birgit Jüngst-Dauber bei der Cyclocross-DM in Radevormwald
Fotos: Thomas Hockauf


Zwei jüngere ziehen vorbei

„Ich kam gut zurecht auf dem Kurs und machte keine Fehler – aber vielleicht hatte mich die erste Runde zu viel Kraft gekostet und so holten mich zwei jeweils 21 Jahre jüngere Fahrerinnen ein“, schilderte die damit drittplatzierte Mittelhessin den weiteren Rennverlauf. Antonia Keidel vom Verein Rund um den Pfaffenteich und Cindy Schwedler vom Harvestehuder RSV / Cyclocross Team Bertram & Römer hatten nach 31 Minuten Renndauer 50 beziehungsweise 25 Sekunden Vorsprung und damit die Deutsche Meisterschaft und den Vize-Titel vor Birgit Jüngst-Dauber in der Tasche.

Bronzemedaille mit besonderer Anerkennung

Sie sei über Platz drei und damit Bronze „ein wenig enttäuscht“, doch gab es von den zahlreichen Zuschauenden großen Beifall und vom Streckensprecher zusätzliche Anerkennung für diese Leistung bei deutlichem Altersunterschied auf dem Podium. Vereinzelt sei auch zu hören gewesen, dass man überlege, die Öffnung dieser Rennklasse für jüngere Starterinnen im nächsten Jahr vielleicht wieder zurückzunehmen. Eine mögliche Chance, die Birgit Jüngst-Dauber freuen dürfte. Bis dahin darf sie sich am Glanz ihrer Bronzemedaille erfreuen und an dem Wissen, wie packend und achtbar der Weg dahin war.


Auch abseits des Fahrrades ganz dem Radsport verschrieben

Birgit Jüngst-Dauber und das Gelände des Flowtrail Bad Endbach.

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Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Platzierung des Bad Endbachers Bernd Pfeiffer nach Veröffentlichung dieses Beitrags von Rang fünf auf Platz sieben korrigiert und bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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Stephan Dietel
Gründer | Redaktionsleitung | CvD | Ressortleitung Straße | Leitung Multimediaredaktion | sd@radsportnachrichten.com

Er wohnt im Gießener Ortsteil Rödgen und legte im Jahr 2001 mit Erlebnisberichten über selbst gefahrene Radrennen den Grundstein. Mit großem Interesse am Radsport und am Journalismus entwickelt er mit seinem Team die Radsportnachrichten aus Mittelhessen immer weiter.

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