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Hitzige Debatte um Bundesstraßenbenutzung

Breitensportveranstaltung

OPPERSHOFEN – Sehr gut besucht war kürzlich die Sporthalle Oppershofen als Austragungsort der jährlichen Breitensportkonferenz des Hessischen Radsportverbandes, die einen tiefen Einblick in die Themen der gerade zu Ende gegangenen Saison lieferte.

Nach der Begrüßung durch Georg Bernius, den Präsidenten des Hessischen Radfahrerverbandes, stellte Mareva Oberleitner, Vizepräsidentin Breitensport, ihren Jahresbericht vor. In ihrem Rückblick thematisierte sie vor allem die Arbeit der Kinder- und Jugendförderung. Dabei stellte sie Projekte aus ihrem Kreis vor wie das Sportabzeichen und den Bike-Pool – beides Projekte die zusammen mit Schulen umgesetzt wurden und die hervorragende Resonanz gab sie als Ansporn an die Versammlung weiter. Dennoch lautete ihr Fazit, dass noch zu wenig im Punkto Kinder/- Jugendarbeit umgesetzt werde. Das Potential sei riesig und sie bat ihre persönliche Unterstützung sowie als Vertreterin des hessischen Landesverbandes an.

Hessen bei Breitensportveranstaltungen führend

Es übernahm der kommissarisch im Amt stehende Radtouren-Landesfachwart Rolf Feldmann das Wort und spiegelte die Bilanz der abgelaufenen Saison wider. Seine Worte fielen relativ nüchtern aus: alle hessischen Breitensportveranstaltungen seien mehr als gut besucht, man könne weder Zuwächse noch Abgänge aus den Vorjahren verbuchen. Hessen sei, wie in den Vorjahren, neben Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit dem größten Angebot an Veranstaltungen im Radtourenfahren.

Klaus Stangl, Obmann der Kontrollfahrer RTF/CTF berichtete kurz, dass es in seinem Aufgabengebiet in dieser Saison keine besonderen Vorkommnisse gab – leichte Nachwuchssorgen gebe es lediglich im Bezirk Main-Spessart-Rhön zu verbuchen. Der Selbstkontrollmechanismus der hessischen RTF/CTF-Veranstaltungen funktioniere tadellos. Erich Kampe, Landesfachwart Radwandern, hielt fest, dass wenige Vereine ihre Radwanderaktivität dokumentierten. Hier gäbe es vermutlich noch mehr Potential und er gehe davon aus, dass die Rückmeldung zum Jahresende noch steigen werde.

Diskussion um Startgelder und Genehmigungsregelung

Hitzig mit kontroversen Diskussionen wurden die Tagespunkte der Startgebührn und die neue Genehmigungsbefreiung für Radtourenfahrten ausgetragen. Zeigte man sich im Rhein-Main-Gebiet mehr als sicher, dass die geltenden Gebühren längst überfällig seien, sah man dies für Struktur ärmere Regionen wie den Bezirk Kassel ganz anders. Einig war man sich dennoch, die sogenannten Trimmfahrer, also alle Fahrer die weder einem Verein zugeordnet sind noch eine Wertungskarte besitzen, etwas mehr zur Kassen zu bitten. Sehr kritisch wurde das Thema der sogenannten Einzelstarter von der Versammlung betrachtet. Fahrer die keinem Verein angehören sollen demnach über einen derzeitigen Jahresbeitrag von 60 Euro als Einzelfahrer eine Wertungskarte des Bund Deutscher Radfahrer erhalten. Hier musste sich Verbandspräsident Bernius einiges an Schellte von seinen Mitgliedern anhören. Viele der Delegierten sähen immer mehr eine Konkurrenz zwischen dem Landesverband und seinen Vereinen, was sich nicht im Sinne beider Seiten abspielen sollte.

Ein großes Thema war die neu zu verhandelnde Genehmigungsbefreiung. Bis Dato waren alle Veranstaltungen im Radtourenfahren in Hessen durch einen Erlass des Ministeriums des Inneren aus 2009 genehmigungsbefreit. Dieser Erlass kippte im Laufe des Jahres, sodass er inhaltlich fast dem bisherigen entsprach, jedoch mit einer Einschränkung: Die Nutzung von Bundesstraßen war untersagt, was für die Streckenplanung der Verein eine kaum zu überwindende Hürde geworden wäre. Dr. Peter Pagels trug der Versammlung die Ergebnisse einer intensiven Nachverhandlung vor. Jede Veranstaltung werde in Zukunft Anzeigepflichtig sein, die Nutzung von Bundesstraßen für organisierte Radtourenfahrten erfolge über die Zusage der örtlichen Verkehrsbehörde. Seitens des Hessischen Radfahrerverbandes strebe man eine Einheitsregelung für alle Vereine an, die als Grundlage der zuständigen Behörden dienen solle. Positive Bilanz zog die Versammlung zum System „Scan and bike“, mit dem ein Online-Meldeverfahren für die Veranstaltungen realisiert wurde. Kleinere Anpassungen sollten hier noch erfolgen.

Gut gefüllter Veranstaltungskalender 2017

Letzter Themenpunkt der Breitensportversammlung war die Fertigstellung des Veranstaltungskalenders für das kommende Jahr. Nach gut einer Stunde konnte man sich mit einem prall gefüllten Terminkalender für Rad- und Countrytourenfahrten sowie einem Marathon-Jahresprogramm zufrieden zurücklehnen. (wr | Archivfoto: Gerd Kloske)

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