Marcel Meisen verteidigt Titel meisterlich

BENSHEIM – Sonnig, sehr gut besucht und hochspannend: Der zweite Tag bei der Deutschen Radcross-Meisterschaft in Bensheim übertraf sogar die Begeisterung von Tag eins. Auch die Lokalmatadore waren begeistert, obwohl ihre Rennen nicht immer nach Plan liefen.

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Bei bestem Rennwetter präsentierte sich Bensheim am Sonntag (14.01.) als „Radstadt“. Bei den Deutschen Radcrossmeisterschaften auf dem rasanten Gelände des Sportparks West hatten die Organisatoren der Radsportabteilung der SSG Bensheim würdige Titelkämpfe präsentieren können.

5.300 Zuschauer an zwei tollen Renntagen boten den würdigen Rahmen für die DM und die Radsportler zeigten beachtliche Leistungen. Am Sonntagmorgen begann der Renntag mit den Masters 2, mit einem stattlichen Starterfeld von 42 Fahrern. Am Ende setzte sich Sven Kuschla durch und freute sich über den Titel. Wenig später ging es im Rennen der Elite Damen und den Damen U23 zunächst heiß her. Elisabeth Brandau, Jessica Walsleben und Stefanie Paul bestimmten von Beginn an das Rennen. Doch es dauerte nicht lange, bis Elisabeth Brandau vom RSC Schönaich sich absetzen konnte und bald ein einsames Rennen fuhr. Da hatten die anderen nichts mehr dagegenzuhalten.

Endres erreicht ihr Ziel

Die Bensheimer Lokalmatadorin Kristin Endres zeigte sich lange in der Verfolgergruppe, wurde am Ende Sechste des Rennens und war überglücklich: „Mein Ziel war ein Platz in den Topten und das ist mir gelungen. Wenn man in seiner Heimatstadt fährt, will man sich natürlich vorne präsentieren. Ich freue mich über die gute Platzierung“, so die radfahrende Zahnärtzin. Platz zwei ging an die Vorjahressiegerin Jessica Walsleben, den dritten Rang belegte die überglückliche Luisa Beck, die Stefanie Paul in Schach hielt. Keine Rolle spielte die Darmstäderin Lisa Heckmann, die einen Podiumsplatz angestrebt hatte. Bei den Junioren U19 setzte sich Tom Lindner durch, der mit 34 Sekunden Vorspruch den Titel vor David Westhoff-Wittwer gewann. Den dritten Platz holte Tim Wollenberg. Damit standen drei Teamkollegen vom Stevens Racing Team auf dem Podest.

Wahrlich meisterlich: Bensheim bot eine tolle Kulisse für die Deutsche Meisterschaft im Radcross. Foto: Jürgen Pfliegensdörfer, sportsword.de

Meisen in meisterlicher Manier

Seine derzeit einsame Klasse in Deutschland demonstrierte der amtierende und neue Deutsche Radcrossmeister Marcel Meisen vom Team Steylaerts im Rennen der Männer Elite. Er zeigte ein Rennen ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Er flog förmlich den Grillhügel hinauf und setzte von Beginn an auf Attacke. Zunächst versuchte Sascha Weber vom RSC Freiburg sein Hinterrad zu halten, doch nach einem Fahrfehler in der dritten Runde war es damit vorbei. Nun galt es den zweiten Platz zu sichern. Eine starke Fünfergruppe um Max Lindenau und Manuel Müller hatte sich nun gebildet, es entwickelte sich ein Kampf um das Podest, der erst in der letzten der zehn Runden auf dem 2.500 Meter langen und sehr schweren Kurs, entschieden wurde. Letztlich setzte sich der stark fahrende Manuel Müller aus Wyhl durch, der glücklich vor Ben Zwiehoff den Bronzerang erreichte.

Defekte kommen Starker und Dieteren in die Quere

Lange Zeit fuhr auch Lokalmatador Sascha Starker vorne mit, doch nach einem kleinen Defekt musste er abreisen lassen. „Im Augenblick bin ich doch schon sauer, denn ich hatte mir einen Platz unter den besten Zehn ausgerechnet. Und der war auf jeden Fall drin. Ich habe mich sehr gut gefühlt, aber der Defekt kam zum blödesten Zeitpunkt. Mal sehen, aber morgen werde ich mich sicher über Platz elf freuen. Auf jeden Fall waren das coole Meisterschaften“, zog der Bensheimer ein erstes Fazit. Völlig vermasselt war das Rennen von Jan Dieteren. Bereits nach nur wenigen Rennminuten flog ihm die Kette vom Rad und ein Kettenritzel verbog sich offenbar. Schnell befand er sich weit hinten, kämpfte sich aber wieder bis auf Platz 28 heran, ehe er das Rennen beendete.

Lob von höchster Stelle

Für den Veranstalter gab es nur Lob von allen Seiten. „Diese Deutschen Meisterschaften können sich was die Strecke, die Organisation, den Zuschauerzuspruch und auch noch vom Wetter her, mit den besten Rennen überhaupt messen. Auf diesem Kurs könnte man auch eine Weltmeisterschaft austragen“, lobte BDR-Vizepräsident Günther Schabel das Bemühen der Organisatoren. Ein kleiner Höhepunkt vor dem Eliterennen war auch das Laufradennen, an dem 50 Kinder im Alter bis vier Jahre teilnahmen. Das hat allen sichtlich Spaß gemacht. Bensheim ist eine „Radstadt“, das will sie auch bei weiteren Rennen beweisen. (pm | Fotos: Jürgen Pfliegensdörfer, sportsword.de)

Eine Bilderstrecke von beiden Renntagen finden Sie hier.

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