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Neue Markierungen sorgen für Sicherheit

Radwege mit neuer Markierung

GIESSEN – Mit neuen Markierungen hat die Stadt Gießen die Wahloption zwischen Radweg und Fahrbahn für Fahrradfahrer verdeutlicht – eine Neuerung, die auch für Radsportler in Mittelhessen von Vorteil sein kann.

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Radwege mit neuer Markierung

Die weiße Markierung auf dem Asphalt verdeutlicht die neue Wahlmöglichkeit: Radfahrer dürfen hier entweder links auf der Fahrbahn oder rechts auf dem Radweg weiterfahren. Fotos: ADFC Gießen

An mehreren Stellen hat die Stadt Gießen in den letzten Wochen neue Fahrbahn-Markierungen aufgebracht. Diese machen jetzt deutlich, wo Radfahrer vom Radweg auf die Fahrbahn wechseln können, weil der anschließende Bordsteinradweg nicht mehr von Radfahrern benutzt werden muss.

Wahlrecht an schmalen Gehwegen

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hatte die Änderung der Markierungen schon vor längerer Zeit gefordert, um Konflikte zwischen Autofahrern und Radfahrern zu minimieren. Die neue Regelung findet sich in Gießen beispielsweise an der Rodheimer Straße. Ab der Bushaltestelle „Hessenhalle“ können Radfahrer seit einem Jahr frei wählen, ob sie vorsichtig auf dem schmalen, nach wie vor neben dem Fußweg verlaufenden Radweg oder ganz legal auf der Fahrbahn in Richtung Innenstadt fahren wollen. Grund für die geänderte Verkehrsführung war der viel zu schmale Radweg auf der Sachsenhäuser Brücke, der oftmals auch von Fußgängern betreten wurde, weil auch der Gehweg viel zu schmal war. Aufgrund der Konflikte und rechtlichen Vorgaben des Bundes war die Stadt gezwungen, die Radwegebenutzungspflicht aufzuheben, was Radfahrer daran erkennen können, dass die blauen Radwegschilder entfernt wurden.

Weiße Markierung macht Wahlrecht deutlich

Radfahrer, die schneller an ihr Ziel kommen wollen, fahren seitdem an der Bushaltestelle vom Radfahrstreifen auf die Fahrbahn, was zu Irritationen bei den Autofahrern führen kann. Diese rechnen meist nicht damit, dass einzelne Radfahrer den Radweg dort verlassen, während andere auf dem Bordsteinradweg weiter fahren. Nun können diese schnellen Radfahrer im Schutz der weißen Markierung auf die Fahrbahn auffahren, während Autofahrer die Markierung nicht überfahren dürfen und links daran vorbeifahren müssen. „Die neue Markierung zeigt den Radfahrern die neue Wahlmöglichkeit deutlicher und auch die Autofahrer profitieren, weil für sie das Verhalten der Radfahrer weniger überraschend ist.“, so ADFC Vorstandsmitglied Dr. Jan Fleischhauer.

Außer an der Rodheimer Straße hat das Tiefbauamt derartige Fahrradweichen auch an der Europastraße markiert, damit Radfahrer in Höhe Königgrätzer Straße sicher auf die Fahrbahn auffahren können, sofern sie den für den Radverkehr neuerdings freigegeben Gehweg nicht nutzen möchten.

Auch an der Robert-Sommer-Straße wurde die Markierung in Höhe Max-Reger-Straße geändert. Radfahrer können dort nun im Schutz der Markierung auf die Fahrbahn fahren, da der für den Radverkehr freigegebene Gehweg deutlich zu schmal ist.

Risiko auf Radwegen in der Innenstadt

Der ADFC rechnet damit, dass derartige Fahrradweichen in Gießen in Zukunft noch an weiteren Stellen markiert werden, weil die Stadt auch an anderen Radwegen die Benutzungspflicht aufheben muss. Der ADFC begrüßt das neue Wahlrecht, weil das Fahren auf der Fahrbahn innerorts deutlich sicherer ist als das Fahren auf Radwegen. Insbesondere an Einmündungen werden Radfahrer von nach rechts abbiegenden Autofahrern regelmäßig übersehen, so dass sich die Unfallgefahr um mehr als 60 Prozent reduzieren lässt, wenn die Radfahrer nicht rechts neben den Autos auf dem Radweg, sondern vor ihnen auf der Fahrbahn fahren, wo sie kaum zu übersehen sind. Voraussetzung ist aber, dass Kraftfahrer die obligatorischen Vorschriften zum Mindestabstand beim Überholen beachten, der 1,50 bis zwei Meter vom Radfahrer beträgt, auch wenn der sich innerhalb eines Schutzstreifens bewegt.

„Wir wissen aber auch, dass sehr viele Radfahrer die Radwege weiterhin benutzen werden, obwohl die Nutzungspflicht weggefallen ist“, so Fleischhauer. „Wenn jetzt jedoch schnelle Radler wieder die Fahrbahn nutzen dürfen, ist dies auch eine deutliche Verbesserung für die Sicherheit der Fußgänger.“ (pm/jf)

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