Radbekleidung im eigenen Design für Vereine, Sporveranstalter oder Privatleute

Massensturz durchkreuzte den Saisonhöhepunkt

Foto: Corina Wallenfels

GIESSEN – Die Stadt Gießen hat diese Woche den Radsportler Axel Goers für seine Teilnahme an der Banhradsport Weltmeisterschaft mit der Karl-Reuter-Medaille ausgezeichnet. In einer interessanten Nachlese kann man Goers‘ Eindrücke von der WM jetzt noch einmal nacherleben.

Axel Goers von der RSG Gießen und Wieseck zählt seit vielen Jahren zu den Anhängern des Bahnradsports im Verein. Die Radrennbahn in Darmstadt, das Diatest-Velodrom des VC Darmstadt, ist häufige Trainings- und Wettkampfstätte. Die Bahnradsport Weltmeisterschaft der Masters in Manchester war im Oktober 2016 der Höhepunkt in Goers‘ Sportjahr 2016. (sd | Fotos: Corina Wallenfels)

Von Axel Goers

In der ersten Oktoberwoche 2016 fand in Manchester die vorerst letzte Masters Track WM (Senioren Weltmeisterschaft Bahn) auf dem europäischen Kontinent statt. Für die nächsten zwei Jahre wird die Veranstaltung in Los Angeles stattfinden. Für Deutschland starteten in der Altersklasse 45-49 Jahre gerade mal zwei Fahrer. Das waren aus München Lexan Suess (RC Weiss-Blau München) und für die RSG Gießen und Wieseck Axel Goers.

Die gesamte WM hat aufgrund der verschiedenen Wettkämpfe und Altersklassen insgesamt acht Wettkampftage. Da mein Oberschenkelumfang unter einem Meter liegt habe ich mich bis auf das Zeitfahren (750m) nur für die Ausdauerdisziplinen Pursuit (Einerverfolgung), Scratch (Rennen auf Endsieg) und das Points Race (Punktefahren) gemeldet.

Um es kurz zu machen: 3000m Einerverfolgung können auch ganz schön lang sein. Mit etwas über 47km/h Durchschnittsgeschwindigkeit reichte es gerade für Platz 18. Trotz einen verpatzten Starts aus der Startmaschine lief das Zeitfahren tags darauf mit Platz 16 etwas besser. Bei beiden Disziplinen wird auf Zeitfahrmaterial gesetzt und, da Bahnräder bekanntlich keine Schaltung haben, kostet der Start mit der Übersetzung für über 45km/h relativ viel Kraft.

Am vierten Tag der Weltmeisterschaft stand für meine Altersklasse das erste Rennen mit Massenstart auf dem Plan, das Scratch-Rennen. Hier musste man sich in einem Vorlauf, der am Vormittag stattfand, für das Finale am Abend qualifizieren. Gesagt, getan, hier sprang beim Finale immerhin Platz elf raus.

Foto: Corina Wallenfels

Lädierte deutsche Starter: Axel Goers (rechts) und sein Münchener Mitstreiter fuhren nach einem Massensturz gehandicapt weiter. Foto: Corina Wallenfels

Der sechste Wettkampftag sollte für mich der Höhepunkt werden, es stand das Punkterennen auf dem Programm. Hier werden alle zehn Runden Wertungen abgenommen. Die ersten vier Fahrer sammeln Punkte (5, 3, 2 und ein Punkt), am Ende gewinnt derjenige mit der höchsten Punktzahl. Da ich seit einigen Jahren auf der Sommerbahn in Darmstadt diese Art von Rennen fahre bin ich ambitioniert zum Qualifikationsrennen am Morgen angetreten. Doch leider wurde ich zusammen mit Lexan aus München in einem Massensturz verwickelt. Nach einer Kollision mehrerer Fahrer oben in der Steilkurve rutsche ein Teil des Fahrerfeldes genau in meine Fahrlinie und ich überschlug mich Kopfüber und landete unsanft außerhalb der Holzbahn auf dem Betonboden der Halle. Das Rennen wurde dann neutralisiert und diejenigen die das Rennen wieder aufnehmen wollten durften sich nach einem kurzen Check durch UCI Kommissare wieder in das verbliebene Feld einreihen. Nachdem ein Techniker meinen Lenker wieder gerade gebogen hatte und mir von einem Sanitäter in die Augen geleuchtet wurde konnte ich mich auch wieder in das oben auf der Bahn kreisende Feld einreihen. Die nächste halbe Stunde nach dem Rennen verbrachte ich mit vielen anderen Teilnehmern bei dem Rennarzt im Velodrom. Hier wurde grob unterteilt in die Kategorien:

• das geht schon mit ein bisschen kühlen und eventuell Wundverband;
• sofort ins Krankenhaus (immediately)
• nicht sofort, aber wenn es geht heute, wenn keine Beschwerden auftreten sollten, aber trotzdem wenn du wieder zu Hause bist (soon)

Lexan Suess gehörte zur dritten Kategorie und verbrachte seinen Nachmittag im Krankenhaus. Ich war in der privilegierten ersten Gruppe und konnte somit mein Knie, Schulter und die Beule am Kopf auf dem Hotelzimmer kühlen. Beide waren wir doch für das Finale am Abend gesetzt. Beide gingen wir auch leicht gehandicapt an den Start. Trotz dickem Knie konnte ich das Rennen mit Rang 13 abschließen. Das war zwar nicht das erhoffte Ergebnis, aber aufgrund der Situation wohl das bestmögliche.

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