Daniel Mauser macht Everest-Triple komplett

KROFDORF – Der 37-jährige Gießener Daniel Mauser hat am Sonntagmorgen (08.05.) das Triple Everesting geschafft, in das er am Freitag (06.05.) gestartet war. Mit der Höhe wuchs auch der Kampf gegen die Müdigkeit, doch das nahende Ziel und zahlreiche Unterstützende halfen, die Augen offen und den Willen Richtung Gipfel auf Kurs zu halten.

Bei dieser Langstreckenfahrt galt es, drei Mal die Höhenmeter mit dem Fahrrad einzufahren, die der Mount Everest, der höchste Berg der Erde, hoch ist. Das Triple über 26.544 Höhenmeter, das bisher nur wenigen Menschen weltweit gelungen ist, sollte eine echte Härteprüfung werden, die er am Freitag (06.05.) um 5:45 Uhr begonnen hatte.

Während tagsüber seine Familie, Freunde und die mittelhessische Radsportszene zur Unterstützung in das Base Camp, im unteren Drittel des Anstiegs kamen, waren die zwei Nächte zäh und lang und Mauser hatte davor viel mehr Respekt, als vor den Steigungsprozenten. Regelmäßige Pausen zur Verpflegung waren Mauser auf seinem Weg sehr wichtig und von den Richtlinien für ein offizielles Everesting auch gestattet. Von der Möglichkeit, während der voraussichtlich dreitägigen Radfahrt in Summe vier Stunden zu schlafen, wollte der Gießener aber keinen Gebrauch machen.

Anstieg „Auf dem Falkenberg“

Für sein Triple Everesting hatte sich Daniel Mauser den Anstieg „Auf dem Falkenberg“ im gleichnamigen Wohngebiet im Wettenberger Ortsteil Krofdorf-Gleiberg bei Gießen ausgesucht. Hier hatte Daniel Mauser im Jahr 2020 mit 8.848 Höhenmetern das einfache Everesting gemeistert und im Jahr 2021 das Double mit 17.696 Höhenmetern nachgelegt. Der Anstieg auf dem Falkenberg ist mit 350 Metern Länge besonders kurz, und mit durchschnittlich 14,5 Prozent Steigung, bei maximal 20 Prozent, besonders steil. So sollte wenig Wegstrecke auf dem dreimaligen Anstieg zum Mount Everest zusammenkommen.

Ab 17.696 Höhenmetern auf neuen Wegen

Mauser, der abseits des Fahrrades Familienvater und Assistenzarzt am Evangelischen Krankenhaus in Gießen ist, erreichte am Freitagabend (06.05.) um 18:44 Uhr nach 8.848 Höhenmetern das erste Mal den virtuellen Gipfel des Mount Everest und kam souverän durch die erste Nacht. Am Samstag (07.05.) um 13 Uhr fiel mit erreichten 17.696 Höhenmetern und dem damit doppelten Everesting die zweite wichtige Marke, die am Streckenrand schon deutlich hörbar gefeiert wurde. Ab jetzt sei er „auf neuen Weg“ sagte Mauser mit Blick auf die folgende dritte Everest-Erfahrung und die zweite bevorstehende Nacht. Die sollte deutlich schwerer werden, denn Mauser war bereits seit vierzig Stunden wach und an dem Anstieg unterwegs. Das erwartete Tief zwischen 2 und 3 Uhr blieb nicht aus. Ein Schluck Cola, Kaffee und einmal kalt das Gesicht waschen halfen dann. Die mentale Unterstützung durch die Familie, die Eltern Ruth und Kurt Mauser, Frau Eva mit den Kindern und von guten Freunden, wurde intensiver und die Höhenmeter immer mehr. Dann brach auch schon der dritte Sonnenaufgang an.

Daniel Mauser. Foto: Stephan Dietel

„Einfach gut, wenn’s zu Ende ist.“

Daniel Mauser

Gegen die Steigung und die Müdigkeit

Die letzten 1.000 Höhenmeter führten Mauser dann das Ziel vor die zufallenden Augen, während sich das Base Camp am frühen Sonntagmorgen zum Zieleinlauf wieder mit Menschen füllte. Um 08:15 Uhr wurde es dort dann richtig laut und der Mount Everest nach 50:30 Stunden, 398,3 Kilometern und 26.839 Höhenmetern erreicht. „Einfach gut, wenn’s zu Ende ist. Das ist alles. Müde bin ich gerade noch nicht – bisher fühlt es sich gut an“, sagte Mauser über diese extreme Langstreckenherausforderung, die er mit mehr als zwei Tagen ohne Schlaf schaffte. Besonders schwer gewesen seien „die ersten Dreizehn-, Vierzehntausend Höhenmeter, wenn man sich da erstmal durchwühlen muss, bis man wo hinkommt, wo’s dann wirklich drum geht. Und jetzt am Schluss die letzten fünf, sechs Stunden wo einem einfach die Augen zufallen wollen, das waren die schweren Zeiten“, schilderte Mauser, der sich auf eine Dusche und „einfach nix machen“ freut, bevor er am Dienstag wieder arbeiten geht.

Neue Idee statt Vierfach-Fahrt

Mit dem eingefahrenen Puffer der in Summe 564 Runden darf sich Daniel Mauser jetzt in die Liste der weltweit sehr selten erreichten dreifachen Everestings eintragen. Ein vierfaches Everesting als Vorhaben für das nächste Jahr schloss Mauser übrigens aus – nicht aber, ein einfaches Everesting zu Fuß zu versuchen, oder die 10.000 Passagen aus Training und Wettkampf am Falkenberg mit dem Fahrrad voll zu machen. Über 8.000 Mal sei er „seinen“ Anstieg jetzt schon hoch gefahren.

Fahrt für Tour der Hoffnung

Mausers Freude auf dem virtuellen Everest-Gipfel wurde auch noch durch den Erfolg der Spendenaktion gesteigert, die seine Langstreckenfahrt begleitete. Das gesammelte Geld zu Gunsten der Tour der Hoffnung soll die Arbeit der Organisation für an Krebs oder Leukämie erkrankte Kinder unterstützen.


Erlebnisbericht zur Rekordfahrt


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Stephan Dietel
Gründer | Redaktionsleitung | CvD | Ressortleitung Straße | Leitung Multimediaredaktion | sd@radsportnachrichten.com

Er wohnt im Gießener Ortsteil Rödgen und legte im Jahr 2001 mit Erlebnisberichten über selbst gefahrene Radrennen den Grundstein. Mit großem Interesse am Radsport und am Journalismus entwickelt er mit seinem Team die Radsportnachrichten aus Mittelhessen immer weiter.

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