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Straßenfest für Verkehrswende in Gießen

GIESSEN – Der diesjährige Höhepunkt der Verkehrswendeaktivitäten steht bevor: Am Samstag (20.06.) steigt auf dem Gießener Ludwigsplatz und in der anschließenden Grünberger Straße ein buntes Straßenfest. Am Freitag (19.06.) findet bereits eine Fahrraddemo statt.

Redaktion

Die Aktivitäten sollen als Werbung für eine Innenstadt ohne Autos, einen Umbau des Straßenraums für Spiel- und Aufenthaltsflächen und Fahrradstraßen sowie den Bau eines Straßenbahnnetzes dienen.

„Fuß, Fahrrad und Straßenbahn sind die leistungsfähigsten, menschen- und umweltfreundlichsten Verkehrsmittel. Wer will, dass viele Besucherinnen nach Gießen kommen und die Einwohnerinnen in der Stadt mobil sind, muss auf diese drei Arten der Mobilität setzen“, heißt es in einem Aufruf zu dem Aktionstag, der vormittags mit Radsterntouren aus mehreren Richtungen entlang der vorgeschlagenen RegioTram-Trassen beginnt und von 12 bis 19 Uhr mit einem bunten Straßenfest seinen Höhepunkt erreicht. In dieser Zeit finden zudem ein Polittalk mit Gießener Parteivertreterinnen zum Klimaschutz (14 Uhr), eine Raddemo rund um den Anlagenring (16 Uhr ab Berliner Platz) und ein Vortrag zu Erfahrungen mit der RegioTram in Kassel statt. Alle Menschen und Gruppen sind nicht nur zum Kommen eingeladen, sondern können auch eigene Aktivitäten einbringen. „Tut das, von dem ihr träumt, was ihr gerne machen würdet, wenn da nicht die Autos wären!“

Vier Fahrradsterntouren

„So machen wir unsere Forderung nach dem Aufbau eines Straßenbahnnetzes für Mittelhessen sichtbar“, freuen sich die Organisatorinnen des Verkehrswendeaktionstages am Samstag in Gießen darüber, dass es gelungen ist, Fahrradsterntouren entlang aller vier vorgeschlagenen RegioTram-Linien zu organisieren. Von Norden her kommend wird dabei vor allem das Anliegen der Reaktiverung der Lumdatalbahn unterstützt, deren Gleise dann auch von Zügen befahren werden sollen, die im Gießener Stadtgebiet als Straßenbahn unterwegs wären. Um 9:30 Uhr ist Start am Allendörfer Rathaus, 10 Uhr folgt eine Station in Treis „Zum Bahnhof“, danach um 10:30 Uhr in Staufenberg an der Stadthalle und um 11 Uhr dann in Lollar mit einer Kundgebung an der Kreuzung Bahnhof-/Gießener Straße. Von Osten geht es um 10:30 Uhr ab Buseck (Anger) los über Rödgen (11 Uhr unterhalb der Kirche/Kirchenring) zum Stadtrand, wo auf Höhe der Lincolnstraße ein Empfangskomitee er dortigen Bewohnerinnen mit den Radlerinnen für den Bau der RegioTram demonstrieren will. Von Süden geht es um 11 Uhr ab Rathaus Linden mit einer Auftaktkundgebung los, weitere Zwischenstopps mit kurzen Redebeiträgen gibt es nahe der geforderten Haltestellen Kleinlinden und Gießen-Süd. Von Westen geht es um 10 Uhr ab Wetzlar (Kreishaus) entlang der zur Reaktivierung vorgeschlagenen alten Kanonenbahn zum Dorlarer Bahnhof (11 Uhr) und nach Heuchelheim (11:30 Uhr Abendstern).

Alle Raddemos sind angemeldet und enden auf dem Gießener Verkehrsaktionstag, der um 12 Uhr mit einem umfangreichen Programm als Straßenfest mit politischen Beiträgen und Infoständen rund um den Ludwigsplatz beginnt. Schwerpunkt wird neben der Forderung nach Straßenbahnen der Klimaschutz in Gießen sein. Dazu sind um 14 Uhr die Stadtfraktionen zu einer Diskussion eingeladen. Vorher planen Aktive aus der Kampagne 2035null eine kleine Aktion für einen schnelleren Politwechsel in Richtung CO2-Neutralität. Ohnehin ist der Verkehrswendeaktionstag eingebettet in die Klimaaktionstage, die von Freitag bis Sonntag das Thema noch einmal verstärkt in die Stadt tragen sollen. Auf Fahrrädern, Inlinern und allen selbstangetriebenen Vehikeln soll es zudem um 16 Uhr als Demo einmal um den Anlagenring sowie entland einer ausgewählten RegioTram-Route gehen. Die Organisatorinnen bitten darum, die Corona bedingten Abstände einzuhalten und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Eine Fahrraddemo gibt es in Gießen bereits am Freitag (19.06.): Ab 12 Uhr rufen die Macher von „fridays for future Gießen“ zur Fahrraddemo ab dem Berliner Platz auf, die dann auf dem Anlagenring –für „Mehr Platz fürs Rad“ aufmerksam machen soll.

Programm und Zeitplan

Vormittags: Fahrradsterntouren aus allen Richtungen entlang der vorgeschlagenen RegioTram-Trassen
• Von Osten: 10:30 Uhr ab Buseck (Anger) über Rödgen (11 Uhr unterhalb der Kirche/Kirchenring)
• Von Süden: 11 Uhr ab Rathaus Linden (dort Auftaktkundgebung)
• Von Norden: 9:30 Uhr Allendorf Rathaus, 10 Uhr Treis „Zum Bahnhof“, 10:30 Uhr Staufenberg Stadthalle, 11 Uhr Lollar (Kundgebung an Kreuzung Bahnhof-/Gießener Straße)
• Von Westen: 10 Uhr ab Wetzlar Kreishaus über 11 Uhr Dorlar Bahnhof und 11:30 Uhr Heuchelheim Abendstern

12 bis 19 Uhr: Straßenfest mit Infoständen, Redebeiträgen, Spiel und Sport sowie einem Kulturprogramm auf der Bühne

13:30 Uhr: Demo gegen die „Politik der langen Bank“ des Magistrats beim Klimaschutz

14 Uhr: Polittalk auf der Bühne Gutenbergstraße mit Fragen an Politiker aus dem Gießener Stadtparlament, wie sie Gießen bis 2035 klimaneutral machen wollen.

16 Uhr: Fahrraddemo ab Berliner Platz um den Anlagenring und entlang der Straßenbahnlinien-Vorschläge durch die Innenstadt (mit Zwischenkundgebungen)

18 Uhr: Vortrag auf der Bühne Gutenbergstraße zu RegioTram-Erfahrungen in Kassel

Details des Verkehrswendevorschlags

Der Verkehrswendevorschlag für Ludwigsplatz und Grünberger Straße in Gießen: Die Organisatoren streben an, den Autoverkehr auf der Grünberger Straße auf zwei Spuren (eine je Richtung, mittig gelegen) zu begrenzen. Wegen autofreier Innenstadt, Fahrradstraßennetz und RegioTram brauche es auch nicht mehr, sagen sie. Auf den beiden Autospuren führen dann zudem Busse und RegioTram, die mit intelligenten Ampelschaltungen aus dem Stau rausgehalten würden. Erfahrungen aus Kassel dazu liegen vor. Mit der freiwerdenden Fläche sollen vor allem die Fußbereiche deutlich verbreitert werden zu echten Aufenthaltsbereichen mit Sitzgelegenheiten. Außerdem gebe es zwischen Licher Gabel und Berliner Platz beidseitig der Auto-/ÖPNV-Spur breite Fahrradspuren, jeweils eine pro Richtung. Der Ludwigsplatz würde zu einem echten Platz, mit Aufenthaltsflächen statt Parkplätzen. Ab Licher Gabel (Straße wird enger) gebe es nur noch die beiden Autospuren mit RegioTram-Gleisen und intelligenter Ampelschaltung, um die Tram aus dem Stau zu befreien. Die Fahrradstreißen entfielen zugunsten breiterer Fußwege oder, wenn sinnvoll, abschnittsweiser Extratrassen für die Tram. Dafür gebe es parallel eine Fahrradstraße von Licher Gabel über Pestalozzi- und Fröbelstraße in die Hannah-Arend-Straße bis in den Eulenkopf (nur Anlieger frei, Durchfahrtsverhinderung durch gegenläufige Einbahnstraßen für Anlieger). (Text: pm | Symbolfoto: Stephan Dietel)

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